Fact Check: Rugby Edition

Auch wenn es noch ein paar Wochen bis zum Start der Rugbysaison hin sind, brodelt die Gerüchteküche bereits in vollem Umfang. Der Daily Observer hat daher einige der heißesten Gerüchte unter die Lupe genommen und klärt auf: Was sind bloße Gerüchte, was sind harte Fakten? 

Gerücht:

Die Southampton Rovers aus der Brooms’n’Joy League sind aufgrund des hohen Gehalts von Superstar Alessandro Locatelli in finanzielle Schieflage geraten. 

Fakt: 

Auch wenn Rovers-Präsident Ross Dermott betont, dass der Club keine finanziellen Probleme hat, kommt es den Verantwortlichen sicherlich sehr gelegen, dass man für die kommende Saison die Namensrechte am Harbour Stadium verkaufen konnte. Bauunternehmer Handerson & Sons drückt dem Club aus Southampton künftig seinen Stempel auf und benennt das Stadion in “Handerson & Sons Stadium” um. Über die Summe vereinbarten beide Seiten Stillschweigen, ein Insider berichtet aber von einem nie dagewesenen Preis für dieses Sponsoring. Da der Club bislang keine teuren Neuverpflichtungen vermeldet hat, darf man also durchaus annehmen, dass das Geld – zumindest in Teilen – in das Gehalt von Locatelli fließt. 

Pikant: Bis zum Ende der letzten Saison unterstützte der Bauunternehmer die Lincolnshire Saxons. Nach deren Abstieg wurde sich offenbar ein neues Betätigungsfeld in der ersten Liga gesucht. Das Stadion der Saxons heißt mittlerweile übrigens wieder “The Armoury”. 

 

Gerücht:

Den Harrington Harriers sind Teile der Sponsoren davon gelaufen, weshalb der Verein seine Saison in der Honour League auf Sparflamme spielen muss. Das hat den Old Sarum RC aus Salisbury dazu gebracht, gegen die Lizenzierung der Harriers zu klagen, da man selbst keine Lizenz für die Honour League bekommen hat. 

Fakt: 

Der Old Sarum RC hat in der Tat eine Klage vor dem Sportgericht der Harrington Rugby Union (HRU) eingereicht und sich darüber beschwert, dass keine Lizenz für die kommende Saison erhalten zu haben. Stattdessen gingen die Lizenzen an andere Vereine. 

Aber laut Klageschrift bezieht sich die Beschwerde nicht nur auf die Harriers, sondern nennt ausdrücklich auch “die ganzen anderen tierischen Clubs, die eine Lizenz erhalten haben”. Damit sind neben den Harriers (= Weihen) auch die Snowdownian Eagles (=Adler) und die Shropshire Sheep (=Schafe) gemeint. Alle drei Clubs haben gemeinsam, dass sie nur geringe finanzielle Mittel haben, während der Old Sarum RC über einen großen Sponsorenpool und ein großes Stadion verfügt. 

Auf Nachfrage bei der HRU erklärt uns Pressesprecherin Tiffany Jones, dass Old Sarum aus anderen Gründen keine Lizenz erhalten hat: “Der Verein hat uns mitgeteilt, dass sie ihre Unterlagen per Fax eingereicht haben. Allerdings verfügen wir als Verband gar nicht über ein Faxgerät. Daher gelten die Unterlagen als nicht fristgerecht abgegeben und wir konnten dem Verein daher auch keine Lizenz erteilen.” 

 

Gerücht: 

Lucas May, Left Rusher von RC Victoria on Sea, ist aufgrund seiner zahlreichen Eskapaden abseits des Sportplatzes vom Verein suspendiert worden.

Fakt: 

In der Tat ist Lucas May, der sich auf den Tanzflächen des Landes mindestens ebenso gut auskennt wie auf dem Rugbyfeld, nicht mit seinem Club ins Trainingslager nach Pitlochry, Schottland gefahren. Allerdings liegt das nicht an einer Suspendierung, wie uns Victoria-Trainer Gordon of Roxburghe versichert: “Lucas hat eine Muskelverletzung, die er sich im Winter beim Skifahren zugezogen hat. Er ist noch nicht wieder ganz fit, daher hat der Arzt entschieden, dass das Trainingslager noch zu früh für ihn kommt. Aber wir planen auch weiterhin mit ihm.”

 

Gerücht: 

Left Tackle Dodger Finsbury von den Cheapside Sloggers hat sich kürzlich mit John Jacob Holyaoke, Präsident der Sloggers, geprügelt. Der Grund soll sein Wechsel zum Erzrivalen von den Wolverhampton Locks sein. 

Fakt:

Dass sich die Cheapside Sloggers aus Birmingham und die Locks aus Wolverhampton nicht leiden können, ist kein Geheimnis, daher sind Wechsel zwischen den beiden Clubs sehr selten und immer hoch umstritten. Der angekündigte Wechsel von Dodger Finsbury, in Birmingham geboren und aufgewachsen, ist daher in der Rugbywelt eingeschlagen wie eine Bombe. 

Das blaue Auge, das derzeit Finsburys Gesicht ziert, hat er sich allerdings nicht beim Faustkampf mit Holyoake zugezogen, wie er gegenüber dem Daily Observer: “Ich habe im Pub ein paar Sloggers-Fans getroffen, die mir nonverbal zu verstehen gegeben haben, was sie von meinem Wechsel halten. Aber ich habe mich auch entsprechend gewehrt”, betont der großgewachsene, kräftige Finsbury. 

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