Honour League stronger than ever

Wie die Harrington Rugby Union (HRU), der Verband des Harrington Rugby, bekannt gegeben hat, sind nun endlich die Lizenzen für die Teilnahme an der Honour League erteilt worden. Obwohl es bis zuletzt Streit um die teilnehmenden Clubs gab, steht nun fest, dass die diesjährige zweite Liga stark wie nie sein wird. 

Unser Rugbyexperte und ehemaliger Spieler Maxwell Jones hat die Vereine näher unter die Lupe genommen und ein erstes Fazit gezogen.

Als Favoriten auf den Meistertitel – und damit den direkten Wiederaufstieg in die Brooms’n’Joy League – müssen ganz klar die beiden Absteiger aus der ersten Liga genannt werden. Die Lincolnshire Saxons sind erstmals seit über 20 Jahren wieder in der Honour League gelandet, und obwohl der Abstieg ein Schock für den Club war, haben Präsident Leopold of Rochester und Managerin Anna Sorokina umgehend nach Saisonende damit begonnen, den Kader zweitligatauglich zu gestalten. Dazu gehört auch die Umwandlung der Spieler*innenverträge, denn in der Honour League, die offiziell als halbprofessionelle Liga gilt, müssen 51% der Verträge auf Amateurstatus sein. Trainer Henry Little ist auch weiterhin mit an Bord, auch wenn der Kader noch nicht komplett zusammengestellt ist. 

Auch die Cheapside Sloggers aus Birmingham müssen den Gang in die Honour League antreten, wo sie vor ihrem Ausflug in Liga 1 lange Jahre als feste Größe galten. Besonders bitter ist in den Augen der Verantwortlichen, dass Nachbarschaftskonkurrent und Derbygegner Wolverhampton Locks es geschafft hat, ein zweites Jahr in der Brooms’n’Joy League zu verbleiben. Die Mannschaft der Sloggers ist zum großen Teil zusammen geblieben und auch Trainerin Winifred Catfish behält ihren Posten für diese Saison. 

Zum Favorienkreis gehören außerdem Mercia Athletic 1895 aus Gloucester und Merseyside Athletic aus Liverpool. Beide Teams haben schon im vergangenen Jahr zu den Favoriten gezählt und sich in der jetzigen Winterpause gezielt verstärkt, um die Mission Aufstieg in Angriff zu nehmen. Während Mercia bis zur Saison 1986 in der Brooms’n’Joy League beheimatet war und über einzelne Spieler*innen mit großer Erfahrung verfügt, ist bei Merseyside vor allem das Engagement des Unternehmens Clarks zu nennen, das für einen anständigen Etat sorgt. 

Im Mittelfeld der Honour League dürften sich am Ende der Saison die London Foreigners wiederfinden. Der Club aus dem Osten Londons setzt wie immer auf einen engen Zusammenhalt von Spieler*innen und Umfeld, der Etat reicht allerdings nicht für große Sprünge. Trotzdem hat das Team bereits in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass sie in der Lage sind, auch die Großen mal zu ärgern. 

Gleiches gilt auch für die Bushwackers London. Der bürgerliche Club aus dem Herzen der Stadt arbeitet solide und bodenständig – was die gegnerischen Fans auch gerne als spießig titulieren, wenn sie zu Gast im Railway Stadium sind. Beide Londoner Clubs haben ihre Nische gefunden und sind etablierte Namen im Spielbetrieb der Honour League.

Ein Unikum ist und bleibt dagegen der Pittenweem RC aus dem kleinen gleichnamigen Dorf an Schottlands Ostküste. Wo sonst sind Spieler*innen und Fans nach Abpfiff gleichermaßen gemeinsam in einem Pub namens Tipsy Tavern zu finden? Obwohl die Bedingungen für die Spieler*innen dort alles andere als optimal sind, schafft es der Verein regelmäßig große Talente zu entwickeln – die dann wiederum ebenso regelmäßig von den Vereinen der Brooms’n’Joy League abgeworben werden. 

Eng wird es dagegen für die Snowdonian Eagles aus Conwy. Das halb verfallene Stadion, das den Namen “The Watchtower” trägt, ist der offenkundigste Beweis für den geringen Etat, den sich die Waliser*innen jedes Jahr hart zusammensammeln. Ohne ständige Finanzspritzen der Fans hätte der Verein in den vergangenen Jahren schon mehrfach seine Lizenz verloren.

Gleiches gilt für den Shropshire Sheep R.C. aus Shrewsbury. Der Verein schrammt immer wieder knapp am Lizenzentzug vorbei, während die Vereinsanlage vor sich hingammelt und dringend erneuert werden müsste. Wie bisher zu vernehmen ist, sind auch noch etliche Plätze im Kader frei. Es bleibt spannend zu sehen, ob der Club dieses Problem bis Saisonbeginn lösen wird. 

Kommen wir zum Schluss zum Kuriosum der Liga, den Harrington Harriers, wie die Neugründung des Harrington RC nun genannt wird. Mit großen Ambitionen und unter viel Tamtam im Vorjahr erneut aus der Taufe gehoben, ist in Harrington, Lancashire, schon wieder Ernüchterung eingezogen. So hat offenbar das finanzkräftige Board of Broughtons, die Alumnivereinigung der Broughton Academy, seine Unterstützung für den Verein auf Eis gelegt. 

Damit dürfte auch der geplante Stadionneubau an historischer Stätte vorerst vom Tisch sein. Gespielt werden muss zunächst auf dem Sportplatz auf dem Gelände der Akademie, aus der sich auch die Spieler*innen rekrutieren sollen. Allerdings verfügt der Club mit Frances Nigellus, Kenan Trevelyan und Vincent Kanoute immerhin über drei Spieler*innen, die über Vorerfahrungen – teilweise sogar im Ausland – verfügen. Trotzdem dürfte es sehr schwer für den Club werden sich in der Honour League zu behaupten, da die restlichen Spieler*innen Amateure oder sogar blutige Anfänger*innen sein sollen. 

Und dazu ist die Konkurrenz dann doch einfach zu groß.

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