Bake Off: Highs, Lows and Everything In Between

Während in den Backstuben der Nation eifrig gewerkelt wird, hat die Redaktion des Daily Observer in den Archiven gekramt, um den Leser*innen das Warten auf die Ergebnisse zu versüßen. Wir präsentieren unseren kleinen Rückblick auf die schönsten, schrecklichsten und skurrilsten Geschichten rund um den großen Backwettbewerb.

Bei den unvergesslichen Highlights darf natürlich der Name Poppy McRoy nicht fehlen, die sich im ersten Wettbewerb 1920 mit ihren traditionellen Mince Pies durchsetzen konnte. Die Jury lobte damals die „besonders frische Note der Füllung, die langsam auf der Zunge zergeht, um dann im Abgang mit einem besonders fruchtigen Kick zu punkten“. McRoy freute sich damals wie eine Schneekönigin darüber, dass ihr Rezept auf einer Doppelseite des Daily Observer abgedruckt wurde. Bis heute wird das eingerahmte Rezept nach eigenen Angaben innerhalb der Familie weitervererbt.

Ab 1922 gab es dann noch eine Backform als Preis obendauf und die Teilnehmer*innen setzten immer mehr auch auf Eigenkreationen als nur auf traditionelle britische Weihnachtsleckereien. So gewann zu Beginn der 1930er Jahre der erst 12-jährige Oliver Nicholls – bis heute jüngster Sieger – mit einem Bubble-Kuchen, der nicht nur nach Kaugummi schmeckte, sondern nach dem Anschneiden auch kleine bunte Seifenblasen aufsteigen ließ.

Auch Seriensiegerin Alice Trollope aus Pitlochry, die sage und schreibe 15 Mal in Folge gewann, erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Als sie 1972 versprach, nicht mehr anzutreten, sorgte sie im folgenden Jahr für eine Rekordteilnehmerzahl, da jede*r in ihre Fußstapfen treten wollte.

Dass gewinnen aber nicht alles ist, stellt dafür jedes Jahr Bryan Upjohn neu unter Beweis, der schon seit 61 Jahren immer wieder antritt, es aber noch nie auf das Siegertreppchen geschafft hat. Aber auch mit knapp 80 Jahren rührt er immer wieder aufs Neue den Teig für seinen letzten großen Lebenstraum zusammen. Die Redaktion drückt auch in diesem Jahr wieder fest die Daumen, damit es endlich etwas wird!

Aber nicht allen Teilnehmer*innen gelang es im Laufe der Jahre, sich mit Ruhm zu bekleckern. In den Sechzigern versuchte die damalige Redaktion des Daily Observer, etwas mehr Pepp in den Wettbewerb zu bringen und stellte jedes Jahr unter ein spezielles Motto. Während die Kandidat*innen 1964 ohne Mehl auskommen mussten, stand 1968 unter dem Motto “Christmas on Fire“. Keine gute Idee, setzten doch fünf der Teilnehmer*innen ihren Arbeitsplatz in Flammen. Und die unglückselige Margaret Sandford-Wade verlor durch ihren explodierenden Lavakuchen gar ihr linkes Auge.

Auch Lady Eliza Jade of Worthmill und Jedediah Marlowe haben sich in die Geschichtsbücher gebacken. Bei ihnen standen allerdings nicht die Kreationen im Mittelpunkt, sondern vor allem die Schlammschlacht, die sich die beiden abseits der Rührschüssel lieferten. 1944 und 1945 waren die Zeitungen des Landes voll von diskreditierenden Interviews und Lügenartikeln über den jeweiligen Konkurrenten und endete mit einem lebenslangen Ausschluss der beiden vom Wettbewerb, nachdem Manipulationsversuche aufgeflogen waren.

Aber der Wettbewerb lebte auch schon immer von Kuriositäten. Schon 1923 kürte die Jury Mildred Tickle-Remington zur Siegerin – nicht etwa, weil ihr Christmas Cake so viel besser war als der ihrer Konkurrenz, sondern weil sie den Backvorgang mit so vielen deftigen Witzen garnierte, dass die Jury vor Lachen von den Stühlen fiel.

Ja, das große Bake Off erschafft Stars – Weihnachts-Stars, deren Namen wir alle kennen und lieben! Und so freut sich die Redaktion auch dieses Jahr wieder auf großartige, witzige, kreative Teilnehmer*innen. Und natürlich auf das viele Backwerk, das wir probieren dürfen. Guten Appetit!

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