1.456 Days

Teil 28 des großen Fortsetzungsromans um das Liebespaar Debby und Sarah! Von Abigail Cribb.

Glühend rot senkte sich der große Feuerball hinter den Tannenwipfeln herab und legte die Welt in einen rosaroten Traum. Debby sah durch ihre alten Holzfenster, den Blick in die Ferne, das Herz pulsierend.

Endlich konnte sie sich losreißen, doch die Gedanken an das schiefe Grinsen begleiteten sie ins Schlafzimmer. Es war kühl geworden, hier im rauen Norden. Sie streifte ihren dicken Wollpullover über den Kopf, die braunen Locken fielen verspielt in ihren Nacken. Sofort stellten sich ihre kleinen Haare auf den Armen auf. Hastig schlüpfte sie in ihren bordeauxfarbenen Seidenpyjama und vergrub sich unter der dicken Decke. Das Bett war viel zu groß für sie allein. 

Auf ihrem Nachttisch das Foto ihrer großen Liebe. Die verspielten Augen, der selbstbewusste Schritt, die starke Hand in ihrem Nacken… In dieser Nacht konnte sie kaum Schlaf finden.

Als die Sonne aufging und durch ihr Fenster schien, war Debby bereits wach. Die Schatten der Fensterstreben bildeten ein Gittermuster auf ihr und ihrem Bett. Mit einem leichten Sprung stand sie auf, machte sich fertig. Die braunen Locken unfrisiert und wild auf den Schultern tanzend, teleportierte sie einmal quer durch die Stadt. Vier Jahre hatte sie gewartet. 1.456 Tage. Ihr Herz schlug bis in ihren Hals und als sie um die letzte Ecke bog, stockte ihr der Atem. Sarah! 

Mit einem schiefen Lächeln stand sie dort. Hastig steckte sie ihren Magiespeicher, einen kleinen türkisen Lapislazuli, in die Tasche und rannte zu ihr. 

Sie sog Sarahs leicht würzigen Duft ein und heiße Tränen liefen ihr über die Wangen. 

Sarah weinte nicht. Sie legte ihre starken Hände in Debbys Nacken und flüsterte schmunzelnd: „Na, mein kleiner Lockenkopf!“ Dann zog sie ihr Gegenüber fest an sich heran und küsste sie leidenschaftlich. Ein Blick zur liebestrunkenen Debby und schnell fischte sie den Stein wieder aus der Tasche: „Ich denke, ich teleportiere uns lieber.“

Schief grinsend zog sie den braunen Lockenkopf an sich heran, sprach den Zauber aus und hinterließ nichts als einen kleinen Windhauch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.