Summer Rose Cup: More Expatriates Invited – Blockade Announced

In Ascot ist die Hölle los: Die ersten Rennpferde beziehen ihre Boxen, eine Armee von Gärtnern arrangieren Blumengestecke, kistenweise wird Champagner geliefert. Und dennoch will sich keine so rechte Vorfreude einstellen. Zu groß ist das Medienecho rund um die Teilnahme einiger ehemaliger Exilant*innen.

Gestern Nacht wurde dem Daily Observer eine neue Liste mit Namen von Exilant*innen zugespielt, die auf den Gästelisten verschiedener Logenbesitzer*innen stehen:

Rubin/Lancaster:

  • Jenna Lowe
  • Alfred McDermond
  • Samuel Devereaux-Montmorency
  • William Evans
  • Eleanor Lawrence
  • Sarah Algernon
  • Howard Kumar

Easton:

  • John O’Brien
  • Leslie Johnson
  • Natalie Brown
  • Owen Merryweather

Kirby:

  • Julia Mandela
  • Henry Gill

Ein weiterer Schlag für progressive Pferdesportfreunde – und für alle, die sich um Ausgleich bemüht haben. Dennoch kann dieser Schritt für die Rennleitung und aufmerksame Beobachter*innen nicht unerwartet kommen. Vorangegangen war diesen Ereignissen eine langjährige Entwicklung innerhalb der Rennszene. Jahrelang litt sie unter schwindenden Zuschauerzahlen. Viele der Logen blieben Rennen für Rennen leer. Gerade die konservativen Reinblüter blieben in den letzten Jahren lieber zuhause, weil vielen das nötige Selbstbewusstein für öffentliche Auftritte fehlte. In den letzten Jahren bemühte sich die Rennleitung darum, diese Logen neu zu vergeben. Nicht alle ließen sich darauf ein – aber genug, damit neue Mieter*innen nachrücken konnten. Oft aus neureichen, liberaleren Familien. Nicht allen der Alteingesessenen gefiel das. Schnell war von einem Austausch die Rede, die Neuvermietungen wurden zum Politikum. Beobachter*innen werten die vielen Einladungen an Exilant*innen als klare Gegenbewegung darauf.

Die Rennleitung wollte zu diesen Vorwürfen nicht Stellung beziehen. Einer der alteingesessenen Mieter nahm jedoch kein Blatt vor den Mung: Clement Nigellus, Vorsitzender der Partei Angry Witches and Wizards. „Natürlich reagieren wir damit auf die vielen Emporkömmlinge und Gutmenschen, die uns die Rennleitung in den letzten Jahren vor die Nase gesetzt hat“, empörte er sich. „Es ist unser Recht, einzuladen, wen immer wir wollen. Und wenn wir damit ein Zeichen setzen können, umso besser!“

Die Freedom Front hat bereits medienwirksam zum Boykott der Veranstaltung aufgerufen. Kritiker*innen werfen ihr nun vor, die Debatte gezielt radikalisiert zu haben. Heute morgen trat ein frisch gegründetes Aktionsbündnis an die Öffentlichkeit – mit einer klaren Botschaft: der Summer Rose Cup müsse um jeden Preis verhindert werden. “Nach Boykott kommt Blockade”, heißt es im – natürlich anonymen – Statement der Gruppe “Cut the Cup – Ascot verhindern”. Nachdem der Boykottaufruf nicht die gewünschte Resonanz gebracht habe und nun noch mehr Exilant*innen teilnehmen würden, müsse zu drastischeren Mitteln gegriffen werden. Das Aktionsbündnis spricht davon, die Gäste aktiv am Betreten des Geländes hindern und mit allen Mitteln gegen die Veranstaltung demonstrieren zu wollen. 

Die Protestaktion stößt, ähnlich wie der Boykottaufruf, auf gemischte Reaktionen. Lord Christopher Merrygold, Vorsitzender der Central Alliance und Rennenthusiast, tat bereits öffentlich sein Missfallen kund. Er verurteilte die geplante Blockade aufs Schärfste und bezeichnete derartige Mittel als “neue Mode” aus der nichtmagischen Welt, die nicht mit den Gepflogenheiten der magischen Gesellschaft vereinbar sei. 

Tatsächlich dürfte diese Aktion die erste Blockade in der magisch-britischen Geschichte sein, wenn sie denn stattfinden sollte. Dass das Volk direkt und unmittelbar in öffentliche Geschehnisse eingreift oder Politik auf die Straße trägt, ist in der magischen Welt tatsächlich unüblich. Ganz anders als in der nichtmagischen Welt. Dort kommt es schon seit Jahren immer wieder zu Aufmärschen und Demonstrationen, bei denen Massen von Menschen durch die Straßen ziehen und eine Spur der Zerstörung hinter sich lassen. Ebenfalls modern in nichtmagischen Kreisen sind sogenannte Streiks, bei denen sich Menschen weigern, ihrer Arbeit nachzugehen. Bisher ist die magische Welt zum größten Teil von derartigen Störfällen verschont geblieben. 

Lord Merrygold richtete seine Vorwürfe direkt an die Freedom Front und beschuldigte sie, mit dem Boykottaufruf den Grundstein für diese neue Stufe der Eskalation gelegt zu haben. Die Partei weist das jedoch zurück. Die magische Welt habe hier wie so oft eine Entwicklung verschlafen und wundere sich nun über die Konsequenzen. “Wir waren es nicht, die die Exilant*innen zum Rennen eingeladen oder sie überhaupt nach England zurückgeholt haben“, erinnert Walsingham. „Wir haben diese Maßnahme nicht gefordert und rufen auch nicht explizit dazu auf. Wir finden es aber toll, dass Bewegung in die Gesellschaft kommt und Menschen sich einsetzen wollen. Das zeigt, wie relevant das Thema ist.”

Andrew Baron-Williams, Sprecher des Veranstalters, ist sichtlich genervt. “Wir werden allen Gästen den Zugang zum Rennen ermöglichen. Machen Sie sich keine Sorgen. Der Cup wird stattfinden.” Wie jedes Jahr hat sich auch Zaubereiministerin Bagnold angekündigt. Ihr Presseteam bestätigte heute morgen erneut ihr Kommen. “Die Ministerin freut sich sehr auf einen schönen Nachmittag in Ascot und wird sich diesen nicht nehmen lassen”, so Pressesprecherin Philippa Barden. Das Aktionsbündnis reagierte umgehend. Die Absichten der Ministerin seien ein umso größerer Grund, das Rennen zu blockieren. “Diese Frau wird den Racecourse nicht betreten. Das ist unser erklärtes Ziel”, schreibt die Gruppe in einem erneuten Statement.

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