Bag Full of Surprises!

Der letzte Spieltag der regulären Saison hatte es so richtig in sich: Während sich im direkten Duell Erster und Zweiter um den Platz an der Sonne stritten, ging es auch in den Abstiegsduellen zur Sache. Mit einem absolut überraschenden Gewinner, dem es gelang, das Abstiegsgespenst in buchstäblich allerletzter Sekunde zu verbannen!

 

Dunfermline Thistle vs. Lincolnshire Saxons 20:30

Beide Teams waren bereits vor dieser Begegnung sicher für die Playoffs qualifiziert, insofern ging es den Trainern vor allem darum, die Spieler*innen zu schonen. Thistles Trainer Donall MacHughie war das Ergebnis egal: „Die Niederlage schmerzt jetzt nicht so sehr, die Hauptsache ist, dass alle fit geblieben sind. Allerdings werden wir noch an der Technik arbeiten müssen, denn die Rusher haben heute ausschließlich über Würfe agiert. Schön, wenn sie so treffen, aber ein Kick bringt nun einmal mehr Punkte.“

„Der Tabellenstand interessiert mich gar nicht, aber ich freue mich natürlich trotzdem, dass wir am Ende noch auf den zweiten Rang geklettert sind“, so Henry Little, Coach der Saxons. „Ich habe heute vor allem eine sehr gute Arbeit unserer Defense beobachtet, das wird im Hinblick auf die Playoffs sehr wichtig sein. Ich bin sehr zufrieden!“

 

Mercia Athletic vs. Ulster RC 10:40

Adam Applerose war voll des Lobes für seine beste Spieler auf dem Feld: Rusher Rene Stochz und Kicker and Passer Omagh O’Sullivan sorgten im Alleingang für einen letztlich ungefährdeten Sieg gegen einen ganz schwachen Gegner. O’Sullivan freute sich nach Abpfiff vor allem auf seinen anstehenden Urlaub: „Wir haben es geschafft und sind nicht abgestiegen. Morgen geht es für mich nach Bali, da werde ich mir die Playoffs anschauen. Und dann werde ich mal sehen, wo ich in der kommenden Saison spiele, denn mein Vertrag läuft aus.“

Bei Mercia-Coach Lotti McDottie herrschte dagegen blankes Entsetzen, als nach und nach die Ergebnisse aus den anderen Stadien eintrudelten. Dann herrschte Gewissheit: Durch die Niederlage ist Mercia auf den letzten Platz der Tabelle abgerutscht und abgestiegen! „Ich bin unendlich traurig. Ich weiß noch gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ich hatte bis zuletzt gehofft, aber wir haben natürlich mit diesem absolut beschissenen Spiel dazu beigetragen, dass wir nun runter müssen! Ich muss mich erst mal sammeln und schauen, wie es nun weitergeht.“

 

Bath Academics vs. Cymru Union of Ferndale 35:5

Bis zur 5. Runde wusste man als neutrale*r Beobachter*in gar nicht, wohin man die Augen wenden sollte, denn das, was beide Teams auf dem Rasen boten, war ein fürchterliches, von Fehlwürfen geprägtes Gestolpere der schlimmsten Art. Aber während die Fans begannen, durch lautstarkes Pfeifen ihrem Unmut Kund zu tun, hielt es Trainerlegende Paul Ethan Burberry von den Academics nicht mehr auf seinem Trainersitz. Stattdessen tigerte er an der Seitenlinie auf und ab und schrie seine Spieler*innen zusammen. Das wirkte offenbar, denn im Anschluss begann zumindest Bath mit dem Rugbyspielen. Letztlich reichte die Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit vor allem von Ryan O’Shea aus, um den Gästen aus Ferndale den Garaus zu machen.

Durch die Niederlage rutschte Union auf den vorletzten Tabellenplatz und muss nun in der kommenden Saison in der zweiten Liga antreten. Präsident Michael Rhys war außer sich – und warf Trainerin Winifred Catfish noch auf dem Spielfeld raus. Managerin Linda Percel saß anschließend an ihrer statt in der Pressekonferenz und stellte sich den Fragen der Journalist*innen. Dabei wurde klar, dass auch sie vom Vorgehen des Präsidenten überrumpelt worden war: „Es tut mir leid, ich bin etwas unvorbereitet. Was da eben alles schief gelaufen ist, kann ich noch gar nicht sagen. Wir müssen nun den Winter nutzen und erst mal schauen, welche Spieler*innen wir halten können. Dann können wir auch sehen, ob wir den direkten Wiederaufstieg anpeilen.“

 

Mancunian Pride vs. Conquerers of Saint Ives 40:35

Zeitweilig wirkte das Spiel wie eine Privatfehde auf Distanz, die die beiden Rusher Eliza Sherman (Conquerers) und Rupert Hilton (Prides) gegeneinander austrugen: Legte die eine vor, zog der andere nach – und umgekehrt. Die übrigen Rusher wirkten dagegen wie Statisten, die nur zufällig auf dem Rasen aufgestellt worden waren. Erst gegen Ende, als bei den beiden die Kräfte nachließen, kamen auch die Kolleg*innen zum Zuge.

„Ich hab mich super gefühlt, einfach toll. Außerdem wollte ich unbedingt mit einem guten Gefühl in die Playoffs gehen. Schön, dass es geklappt hat“, so Eliza Sherman, die sich mit ihren Conquerers den letzten Playoffplatz sichern konnte.

Rupert Hilton von den Prides wollte dagegen kein Sonderlob hören: „Wir haben als Team gewonnen und wir hätten auch als Team verloren. Heute war ich gut drauf, nächste Woche jemand anderes. Nur so läuft es! Mal sehen, gegen wen wir in den Playoffs ran müssen!“

 

Flower of Montrose vs. Southampton Rovers 15:30

Es war DAS Spitzenspiel um den Thron der Liga: Montrose (Tabellenplatz 1) empfing in der komplett ausverkauften SaferFun-Arena die Southampton Rovers (Tabellenplatz 2). Die Fans begrüßten ihre Teams lautstark und mit entsprechendem Feuerwerk in den Vereinsfarben. So mussten die Schiedsrichter ein paar Minuten warten, bis sich die bunten Rauchschwaden vom Grün verzogen hatten, bis angepfiffen werden konnte.

Und das Spiel hielt zunächst auch, was es versprach: Jede Runde endete mit Punkten der Rusher und der Kicker and Passer. Ein enge Kiste, bis in Runde 4 Montroses KP Michael Macdonald verpasste, die Punkte zu verdoppeln. Danach schien plötzlich die Konzentration weg, allerdings auf beiden Seiten, denn auch die Rovers wurden zunehmend nervös und fahrig in ihren Spielzügen. Erst in der 9. Runde gelang ihnen wieder ein erfolgreicher Angriff, der den Grundstein für den Sieg legte.

Nach Abpfiff brachen dann alle Dämme: Spieler*innen und Offizielle feierten mit den Fans zusammen den Sieg und die Tabellenspitze auf dem Rasen, sodass wir Trainer John Littleborough quasi vom Rasen entführen mussten, um noch einen O-Ton einzufangen: „Völlig überwältigt… Wir haben es geschafft… Erster! Das hat uns vor der Saison niemand zugetraut! Jetzt wollen wir auch Meister werden!“, japste er, bevor er eine weitere Bierdusche von seinen Spieler*innen bekam.

Bei Montrose herrschte dagegen Katerstimmung, denn die Lincolnshire Saxons zogen durch ihren Sieg letzten Endes in der Tabelle noch auf Platz 2 vorbei. Peter Honeywood, Left Tackle von Montrose: “Wow, das muss ich erst mal sacken lassen. An sich kein Weltuntergang, aber das ist natürlich ein psychologischer Nachteil vor den Playoffs!“

 

Kerry Celtic vs. Magic Carmarthen 40:50

Eigentlich war Magic Carmarthen bereits abgestiegen. Eigentlich. Nur noch mit Schützenhilfe zweier anderer Teams plus eigenem Sieg wäre der Nichtabstieg möglich gewesen. Zu viele Konjunktive. Eigentlich. Aber im Sport geschehen bekanntermaßen immer wieder Zeichen und Wunder…

Und so beklatschten die mitgereisten Anhänger*innen zunächst artig den Sieg ihrer Damen. Erst als die Ergebnisse der anderen Partien durchgesagt wurden, dämmerte es allen Beteiligten, dass Magic es gerade eben noch so geschafft hatte, in der Liga zu bleiben!

Dem Klassenerhalt war ein wahrer Krimi vorausgegangen: Magic schien zu Beginn der Partie endlich vom Ballast des drohenden Abstiegs befreit und spielte locker auf. Schnell lag das Team mit 30:0 in Führung. Dann aber kam Celtic immer besser ins Spiel und kämpfte sich Punkt für Punkt heran, sodass es kurz vor Schluss 40:40 stand. Gwendolyn Avonlea hatte es letztlich in der Hand: Im letzten Angriff gelang ihr der alles entscheidende Wurf zum 45:40, bevor kurz darauf KP Hailey Parker-Hall die Punkte durch ihren Treffer noch verdoppelte.

„Magnus „The Gambler“ Thompson hat es also wieder einmal geschafft und alles auf eine Karte gesetzt. Aber für den Trainer war dies die wohl bisher schwierigste Mission in seiner Karriere: „Ich habe zwischenzeitig auch nicht mehr an den Klassenerhalt geglaubt! Wahnsinn! Kneift mich mal jemand? Jetzt erst mal tief durchatmen und dann her mit dem Bier! Ich will den Sonnenaufgang nicht nüchtern erleben!“

Bei Kerry Celtic dagegen sorgte vor allem ein Ereignis auf der Tribüne für Aufregung. Gegen Ende der Partie wurde von bislang unbekannten Personen ein Banner mit der Zahlenkombination „12 + 3 + 1“ entrollt. Es dauerte einige Minuten, bis sich die Ordner durch die Fans gekämpft hatten und das Banner konfiszieren konnten. Die Zeichenkombination wird im Allgemeinen der Mystiker-Szene zugerechnet, der Canonical Intelligence Service (CIS) hat bereits eine Sondereinheit eingerichtet, da ähnliche Zeichen gestern an vielen Orten in Großbritannien in Form von Graffitis und anderen Schmierereien auftauchten. Wer das Banner im Stadion entrollt hat, ist bislang unbekannt. Sachdienliche Hinweise nimmt der CIS jederzeit entgegen.

Maxwell Jones, Leitung Sportredaktion

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