In the Mood for Cringle

Harrington District 1 – by Edith Bloom.

Agatha Cringle lebt im Forest of Bowland und hilft Menschen auf ihre eigene, spezielle Art. Sie spricht über urphobische Exposition und hinterlässt Eindruck.

Das Licht bricht sich in dem Kristall, den sie an einem Lederband um ihren Hals trägt. Es ist nicht die erste Begegnung mit Agatha Cringle, doch jedes Mal wieder stelle ich bewundernd fest, wie sehr diese Frau in sich ruht. Ich entspanne sofort neben ihr, rühre den Zucker in meinem Tee. Sie sieht mich an und schon fühle ich mich schuldig. Zucker. Aber deswegen bin ich nicht hier. Ich hole meinen kleinen Notizblock aus der Tasche und bin bereit, zuzuhören.

Natürlich führt das zu Verunsicherung, sagt sie. Alles, was neu ist, tut das. Ich überlege, ob es eine Anspielung auf ihren Umzug in den Forest ist. Denn schnell vergisst man bei ihr, dass sie keine echte Bowlanderin ist, auch wenn sie kaum noch wegzudenken ist vom alten Mundy-Hof. Ich helfe Menschen damit, sagt sie und reißt mich aus meinen Gedanken. Ich habe nicht bemerkt, dass ich die Frage laut gestellt habe. Hab ich das? Sie kommen oft aus Verzweiflung, erklärt sie einfach, weil die Betroffenen am System scheitern. Doch das sei nicht deren Schuld. 

Cringle lächelt und ich spüre, dass so viel mehr in ihr steckt. Eine unglaubliche Kraft. Aus ihrem Mund kommen keine leeren Worthülsen, sie meint es ernst. Am System, höre ich mich nun endlich fragen. Cringle nickt und nimmt einen Schluck Tee. Es ist nicht individuell genug, behauptet sie. Sie habe viele traurige Schicksale kennengelernt. Menschen, die den Glauben an ihre Magie verloren haben. Zum Glück kann sie unterstützen, sie sieht sich als Begleiterin. Wer zu ihr kommt, soll es allein schaffen, aber nicht allein sein. 

Seit einiger Zeit bietet Cringle Kurse zur urphobischen Exposition an. Dabei geht sie mit den Teilnehmenden an die tiefen Gefühle, vielen hilft das. Auch wenn ihre Methoden unorthodox sind, bisher hat nur eine Person den Muttermund umgetreten. Alle, die sich darauf einlassen, verlassen gestärkt den Hof. Auf meine Frage nach Beispielen, schüttelt sie freundlich den Kopf. Sie nenne nie Namen. Namen begrenzen eh nur die Aura. Ich nicke, auch wenn ich kein Wort verstehe. Denn ich fühle es. Jedenfalls irgendetwas. Wir alle sind Magie, sagt sie und stellt die Tasse ab. Darüber zu schweigen, bringe nichts. Vor allem jetzt nicht mehr. Ich solle darüber nachdenken und wisse, wo ich sie finden kann, dann steht sie auf und geht. Lässt mich mit meinen Gedanken zurück. Und dem Zucker in meinem Tee, den ich nicht mehr trinken werde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert