A Schnitzel A Day…

Spiel um Platz 3: Karl-Marx-Städter Kanonen 470 : 230 SC Biel Beelzebubs

(Schnatzfang für: Karl-Marx-Städter Kanonen)

Es ist jedes Mal das Gleiche: Bei jedem Europapokal stellt sich erneut die Frage nach der Notwendigkeit des Spiels um Platz 3. Und in der Tat – bei nur acht teilnehmenden Mannschaften im Wettbewerb muss diese Frage berechtigt sein. Allerdings weigert sich der europäische Quidditchverband mit Verweis auf die Tradition hartnäckig, über diese Frage neu zu entscheiden.

In diesem Jahr nahmen nun erstmals die Biel Beelzebubs an dieser Partie teil – und Präsident Emil Huttenlocher wurde deutlich, warum es eigentlich geht: „Natürlich ist das für uns eine nette zusätzliche Einnahmequelle. Insofern stellt sich auch die Frage nicht, ob wir dieses Spiel boykottieren. Die Fans haben ihre Freude daran, die Vereinskasse freut es auch. Also ist doch alles gut!“ So deutlich hat sich bislang noch kein Funktionär zu Sinn und Unsinn dieses Spiels geäußert – und Huttenlochers Pendant bei den Kanonen, Rico Pfeiffer-Voigt, wollte davon auch nichts wissen: „Der dritte Platz bei diesem exklusiven Wettbewerb ist eine Auszeichnung. Umso mehr freut es uns, dass wir in diesem Jahr teilnehmen dürfen.“

Und seine Mannschaft dankte es ihm mit einem sehr guten Spiel. Obwohl Biel mit seinen namhaften Spielern von den Buchmachern im Vorfeld zum Favoriten erkoren wurde, blieben die Stars meist blass. Vor allem die drei Jäger*innen Levi Weizmann, Israel, Benthe van den Berg und Thierry Descamps wirkten lustlos und verkrampft in ihren Aktionen. Das Zusammenspiel funktionierte an diesem regnerischen Sonntag überhaupt nicht.

Ganz anders bei den Karl-Marx-Städter Kanonen aus der DDR. Dass die Spieler unbedingt siegreich aus der Partie gehen wollten, merkte man ihn sofort an. Während Jennifer Osterholt, Mandy Miltenberg und Nikita Djuschew für Punkte an den Ringen sorgten, brachten die Treiber Nguyen Du und Alejo Padura ihre Gegenüber immer wieder aus dem Konzept.

Letztlich war es daher nur folgerichtig, dass Sucher Sandro Schuster den Schnatz mit einer gekonnten Drehung einsammelte. Die Kanonen wollten diesen Sieg einfach mehr. Im Anschluss feierten die Ostdeutschen zusammen mit den wenigen Fans, die eine Ausreisegenehmigung erhalten hatten, ausgelassen diesen dritten Platz, während die hochgelobten Schweizer wortlos in der Kabine verschwanden. Umso mehr hatte im Interview Schuster zu sagen: „Ich freue mich wie ein Schnitzel! Und genau das gibt es jetzt auch! Eine Runde für alle! Und überhaupt kann man davon jemals genug bekommen? Ich jedenfalls nicht. Das ist auch mein Erfolgsgeheimnis. Ich esse jeden Mittag vor wichtigen Partien ein Schnitzel!“ Sein Trainer Kevin Kosenkow, winkte allerdings lachend ab: „Man darf Sandro nicht alles glauben! Wenn er so viele Schnitzel essen würde, könnte er sich gar nicht mehr auf dem Besen halten. „

„Der ganze Verein hat heute mitgefiebert und freut sich sicherlich in der Heimat. Morgen gibt es bestimmt eine Parade in Karl-Marx-Stadt. Also wir werden uns das künftig in den Briefkopf schreiben – so viele internationale Erfolge haben wir schließlich nicht.“

Kevin Kosenkow, Trainer Karl-Marx-Städter Kanonen

„Ich persönlich bin sehr enttäuscht von diesem Ausgang, aber bei einigen Spieler*innen hat wohl die Motivation gefehlt. So eine Haltung sollten Profis allerdings nicht an den Tag legen! Ich will immer gewinnen, egal ob es ein Testspiel gegen die Nachbarn aus Tüscherz-Alfermée geht oder im Europapokal gegen einen internationalen Spitzenklub!“

Guus Smit, Trainer SC Biel Beelzebubs

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