Politik

~ Bizarre Results in the Election of the Minister of Magic Make Recount Necessary ~

Am Wochenende kam es in dem kleinen Ort Harrington in Lancashire zum Showdown des vorangegangenen Wahlkampfs. Im Mittelpunkt standen dabei die amtierende Zaubereiministerin Millicent Bagnold, sowie ihre Herausforderin Tristania Lancaster, die beide persönlich nach Nordengland gereist waren, um ihren Wahlkampf dort abzuschließen.

In den vergangenen Wochen sorgte Tristania Lancaster mit ihrer erst vor einem Jahr gegründeten Partei Freedom Front für viel Furore im Land, denn nicht allen gefiel deren Ausrichtung. Die Partei setzt sich für die Rechte Mugelgeborener und Squibs ein und fordert u.a. deren völlige Gleichberechtigung.

Gerade bei den Altparteien, sowohl bei der Central Alliance mit ihrem Vorsitzenden Lord Christopher Merrygold, die ihre Wähler traditionell vor allem unter den Reinblütern findet, als auch bei der Preservation Party, deren Vorsitzende Zaubereiministerin Millicent Bagnold ist, sorgte das Auftreten der „jungen Wilden“ mindestens für ein Stirnrunzeln.

Insofern war es kein Zufall, dass Bagnold die letzte traditionelle Rede, die Electoral Address, in Harrington Hall abhielt – der Ausbildungsstätte für Nachwuchsauroren. Nur einige Kilometer entfernt, im Ort Harrington hatte Tristania Lancaster wenige Stunden zuvor ihren Wahlkampf mit einem letzten Auftritt beendet. Dort kam es zu Tumulten, denn nicht alle haben Lancaster, die lange unter dem Verdacht stand, Todesser zu sein, ihre unter einem Imperius begangenen Bluttaten verziehen.

Umso überraschender daher das Ergebnis des Wahlkreises: Während sich der Rest des Landes für Bagnold als Zaubereiministerin aussprach, hat Tristania Lancaster den Wahlkreis in Harrington tatsächlich gewonnen. Dass sie künftig im Parlament sitzen wird, stand aufgrund des Wahlsystems zwar bereits vorher fest, allerdings traute ihr niemand zu, tatsächlich so viele Stimmen zu holen.

Der Wahlleiter ordnete eiligst eine Neuauszählung der Stimmen an, da es Gerüchte um Manipulationen gegeben hatte, allerdings bestätigte die Nachzählung das Ergebnis. Bagnold bedankte sich auf Nachfrage für die Unterstützung der Wähler, wollte sich aber nicht näher zu dem Ergebnis äußern.

Silver Lining For Relatives Of Convicted Death Eaters After Five Years

London – Das Berufsverbot für Familienmitglieder von Todessern ist mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Das verkündete Zaubereiministerin Millicent Bagnold am gestrigen Abend. Das 1981 in Kraft getretene Berufsverbot galt für offizielle Institutionen der magischen Welt. Betroffen waren alle Angehörigen von Familien mit offiziell als Todesser verurteilten oder sich der Anklage durch Flucht entziehenden Mitgliedern. Als Ausnahmen galten nur Personen, die sich offiziell als loyal erwiesen haben, sprich sich im Aurorendienst ausgezeichnet oder vor Gericht gegen ihre Angehörigen ausgesagt haben. Das Verbot war eines der ersten Amtshandlungen von Bagnold nach ihrer Wahl Ende 1980. Ein großer Teil der Bevölkerung empfand es als notwendig im Kampf gegen die Todesser, doch es wurde auch als unzulässige Sippenhaft kritisiert. Dennoch blieb es fünf Jahre lang gültig.

Nach all den Jahren sei es nun an der Zeit, nach vorne zu blicken, so Bagnold. Die Aufhebung bedeute jedoch nicht, dass nun automatisch alle in ihre ursprünglichen Berufe zurückkehren könnten. Die meisten Stellen seien in den fünf Jahren neu besetzt worden. Doch es stehe den Betroffenen frei, sich erneut im Ministerium in den entsprechenden Bereichen zu bewerben.

Die Aufhebung des Berufsverbots kommt unerwartet, auch wenn es in den letzten Monaten immer wieder vereinzelt Forderungen in diese Richtung gegeben hatte. Es ist letztendlich aber keine Überraschung. Das Erstarken progressiver Stimmen wie etwa der Freedom Front setzt Zaubereiministerin Bagnold unter Zugzwang. Die Freedom Front tritt deutlich radikaler auf als alle anderen Parteien und lässt selbst die notorisch fortschrittlichen Futurists handzahm wirken. Forderungen wie die Muggelgeborenenquote üben Druck auf die Regierung aus, selbst wenn sie nicht flächendeckend umgesetzt werden. Dass ausgerechnet die Aurorenakademie eine solche Quote einführt, bleibt im konservativen Lager nicht unbemerkt oder gar unkommentiert. Bagnold hat gar keine andere Wahl, als ausgleichend zu handeln und dem konservativen Lager als Gegenleistung etwas zuzusichern, was auf deren Agenda steht. Das Berufsverbot nach fünf Jahren aufzuheben dürfte der risikoärmste Schritt sein, zu dem Bagnold imstande ist. Dennoch stärkt er die konservative Gesellschaft. Und er könnte eine nicht zu unterschätzende Signalwirkung haben in Bezug auf ungelöste Konflikte wie etwa das russische Todesserasyl oder die zahlreichen Wiederaufnahmeverfahren gegen verurteilte Todesser.

 

Exclusive: Fugitive Soldan Lancaster Talks About Plans

Der Broughton Daily hatte kürzlich die Gelegenheit, mit einer der meistgesuchten Personen unserer Zeit zu sprechen. Unser Reporter Harry J. Price traf Soldan Lancaster an einem geheimen Ort zum exklusiven Interview.

Broughton Daily: Mr. Lancaster, Sie gehören aktuell zu den wohl meistgesuchten Personen des Landes. Bei Ihrer spektakulären Flucht aus einem Gerichtssaal kam es zu Beginn des Jahres zu mehreren Toten, darunter viele Aurorenanwärter*innen und Lehrer*innen der Broughton Academy. Seitdem sind sämtliche Auror*innen Englands hinter Ihnen hinterher. Sie sehen allerdings nicht aus wie jemand, der auf der Flucht ist. Wie ist es Ihnen seitdem ergangen?

Soldan Lancaster: Gut, sehr gut sogar. Es war ein bisschen aufregend. Und ich muss sagen, ich genieße die Aufmerksamkeit, die mir derzeit zuteil wird. Es gab viele gute Momente in den letzten Monaten, in denen ich die Loyalität meines Umfelds überprüfen konnte. Und es fühlt sich sehr gut an zu wissen, dass man viele Unterstützer hat.

Haben Sie keine Angst, entdeckt zu werden?

Nein. Ich bin sehr gut vernetzt und habe Unterstützer in einflussreichen Positionen. Dadurch bin ich „meinen Verfolgern immer einen Schritt voraus“, wie Sie es in der Presse so gerne formulieren. Da draußen gibt es so viele Menschen, die nicht damit einverstanden sind, wie man mit der Bewegung und mir im Speziellen umgegangen ist, insofern mache ich mir da überhaupt keine Gedanken.

Sie und Ihre Anhänger waren mehrere Monate von der Bildfläche verschwunden. Nicht wenige dachten, dass Ihre Bewegung damit endgültig zerschlagen wurde. In der Zwischenzeit ist Ihre Schwester Tristania zunehmend politisch aktiv geworden, arbeitet mit der Partei Freedom Front zusammen und propagiert immer wieder die Gleichberechtigung von Muggelgeborenen. Was sagen Sie dazu?

Das ist doch alles ausgemachter Blödsinn. Eine reine Show, um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Meine Schwester war noch nie besonders helle und lässt sich gerne von anderen Leuten für deren Zwecke ausnutzen. Nun haben die Aktivisten der Freedom Front also ein Zugpferd mit einem großen Namen gefunden, um ihre Parteipolitik bekannt zu machen. Aber da steckt nicht viel dahinter!

Sie nehmen ihr also nicht ab, dass ihr die Gleichberechtigung wirklich am Herzen liegt?

Wer meine Schwester schon länger kennt, weiß, dass sie ihr Fähnchen gerne in den Wind hält. Schon immer. Und es ist natürlich auch immer gut, wenn bei der Eröffnung eines Kindergartens ein prominentes Gesicht in die Kameras grinst. Das konnte sie schon immer sehr gut. Aber echte politische Ambitionen? Ich bitte Sie! Das sollte sie lieber Menschen überlassen, die etwas davon verstehen.

So wie Sie?

Ja, zum Beispiel. Tristania fehlt es schlicht an einer echten Vision für die Zukunft. Sie denkt im Hier und Jetzt, aber das große Ganze hat sie nicht im Blick. Ich dagegen möchte unsere Welt nachhaltig verändern. Nicht nur für ein paar Kinder in einem Waisenhaus oder Kindergarten, sondern für die gesamte Gesellschaft. Und ich stehe mit dieser Meinung nicht alleine da. Fast jeder Zweite denkt so wie ich – auch wenn sich momentan kaum jemand traut, das so offen zu sagen. Aber die Zeiten werden sich ändern. Schon sehr bald!

Was genau meinen Sie damit?

Nun ja, wir waren ja schon auf einem guten Weg, mussten dann allerdings einige Rückschläge verkraften. Aber Ende des Jahres läuft das Todesserexil in der Sowjetunion aus. Die Exilanten drängen darauf, zurück nach England zu kommen und Rache zu nehmen für das, was ihnen ungerechterweise angetan wurde.

Das sind vor allem Menschen aus Familien, die vorher die Säulen unserer Gesellschaft gebildet haben. Seit Jahrhunderten einflussreiche und verantwortungsvolle Positionen innehatten. Man hat ihnen übel mitgespielt, sie ins Exil gedrängt. Das Leben in der Sowjetunion ist nicht leicht. Es ist eine andere Kultur, eine andere Gesellschaft. Aber damit ist nun Schluss.

Das klingt wie eine Drohung.

Nein, denn das würde ja implizieren, dass man Angst vor dieser Entwicklung haben muss. Aber es ist die natürliche Ordnung der Gesellschaft, die es schon seit Jahrhunderten gegeben hat. Und die wollen wir wieder herstellen.

Die Menschen da draußen sehnen sich eigentlich alle nur nach Sicherheit und Stabilität, nach dem, was sie bereits kennen. Und die Exilanten werden zurückkommen und sich ihre angestammten Positionen zurückholen. Das ist der natürliche Lauf der Dinge.

Aber was soll dann mit den Menschen passieren, die in der Zwischenzeit das Land geführt haben?

Das Land geführt? So würde ich das nun wirklich nicht nennen! Schauen Sie sich doch um, das Land ist in Aufruhr, es herrscht überall Chaos. Diese neuen Ideen, die den Menschen plötzlich aufgezwängt werden, dieses künstliche Gerede von Gleichberechtigung, das ist doch nicht echt. Es ist gefährlich, in diese Richtung weiterzugehen, es bringt die natürliche Ordnung durcheinander. Wenn ich höre, dass ausgerechnet bei der Aurorenausbildung eine Muggelgeborenenquote eingeführt wird, macht mich das fassungslos. Dieser vorauseilende Gehorsam ist es, der unsere Gesellschaft an den Rand des Abgrunds gebracht hat. Das macht bei weitem nicht nur mich wütend. Und das wird Folgen haben.

Von welchen Folgen sprechen Sie?

Die Broughton Academy wird sich verantworten müssen für ihren Beitrag zur Verunsicherung der Gesellschaft. Vor mir und allen anständigen Bürger*innen Großbritanniens. Viele Menschen fühlen sich verraten, fühlen sich nicht mehr repräsentiert, und das von der wichtigsten Institution in Großbritannien. Dieses Momentum werden wir nutzen, und dann werden sich die Verantwortlichen an der Broughton Academy wünschen, sich nicht so weit aus dem Fenster gelehnt zu haben.

Das klingt, als verfolgen Sie einen konkreten Plan. Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Ja, natürlich. Ich sprach ja vorhin bereits von der Vision für die Gesellschaft. Einige Rädchen müssen noch in Position gebracht werden. Aber es wird noch in diesem Jahr losgehen, so viel kann ich bereits versprechen.

Mr. Lancaster, vielen Dank für dieses Interview!

Single-Handed Decision of Headmaster Snubs Ministry And Council

Harrington – Die Broughton Academy, Ausbildungsstätte des Aurorennachwuchses, wird in diesem Ausbildungsjahr eine Muggelgeborenenquote einführen. Das gab Schulleiter Kenneth Eric Peacock gestern auf einer Pressekonferenz bekannt. Er reagiert damit auf die umstrittene Idee der Partei “Freedom Front”, die eine Quote von 20 % in ihrem Wahlprogramm für alle magischen Institutionen und Einrichtungen fordert. Das Ministerium hat das bislang abgelehnt. Eine Einführung sei bis auf weiteres nicht geplant, hieß es dazu noch vor wenigen Tagen aus der Pressestelle. Die Broughton Academy scheint im Alleingang zu handeln – was Peacock auf Nachfrage bestätigte. Man fühle sich verpflichtet, denn: “Wer die Gesellschaft schützt, muss sie auch repräsentieren”, so Peacocks Begründung.

Schulleiter Peacock gilt als progressiv. Es ist nicht seine erste kontroverse Entscheidung seit der Wiedereröffnung der BAC 1984. Letztes Jahr wurden erstmal Werwölfe an der Akademie aufgenommen. Trotzdem hat diese Entscheidung niemand kommen sehen. Sie wird auch innerhalb der Akademie nicht nur wohlwollend aufgenommen. Einem Insider zufolge kam es bei der Verkündung innerhalb des Kollegiums zu “tumultartigen Unmutsbekundungen”. Peacock hat sich jedoch dazu entschlossen, die Quote auch gegen interne Proteste durchzudrücken.

Auch in der Öffentlichkeit darf er sich auf einiges an Widerstand gefasst machen. Die Forderung wird in der magischen Gesellschaft äußerst kontrovers aufgenommen. Kritiker*innen befürchten eine Verschlechterung der Qualität, wenn künftig bei der Einstellung nicht mehr rein auf Fähigkeiten geachtet werden soll.

Für einen Kommentar zum Alleingang der Broughton Academy war im Ministerium bislang niemand zu erreichen.

What Do They Really Want – And How Dangerous Is It? An Analysis.

London – Nichts beschäftigt die magische Welt derzeit annähernd so stark wie das Parteiprogramm der Freedom Front. Eine Kleinpartei, die sich für die Rechte von Muggelgeborenen und Squibs stark macht. 1985 gegründet, machte sie lange vor allem durch die Skandale ihrer Mitgründerin Tristania Lancaster von sich Reden. Aufrührerische Reden, polemische Forderungen, nicht einmal das Geheimhaltungsabkommen schien ihnen heilig. Diesen Eindruck vermitteln zumindest die aufgeregt-empörte Berichterstattung. Dennoch ist die Partei von allen Seiten als harmlos eingestuft worden, als Ansammlung von idealistischen Spinnern, die man nicht ernst nehmen muss.

Bisher war die Freedom Front ein Meister der Polemik. Gekonnt und mit brutaler Absicht haben sie ihre Finger in die Wunde gehalten, sich beschwert und gefordert. Viel Substanz war bislang aber nicht dabei. Nun hat die Partei also endlich ein konkretes Programm veröffentlicht. Natürlich greift es die traditionellen Werte unserer Gesellschaft an. Das kann niemanden überraschen.

Und doch reagiert die Presse wieder mit einem Aufschrei. Und sicher, die Forderungen wirken hanebüchen. Doch die Aufregung, die derzeit durch sämtliche Medien geistert, hilft letztendlich nur einem: Nämlich der Partei selbst.

Viele Medien machen sich nicht einmal die Mühe, im Detail auf das Programm einzugehen. Was ist also so empörend, so skandalös daran?

Zentrale Forderung der Partei ist eine Quote von 20 % für Muggelgeborene in allen öffentlichen Ämtern und Institutionen. Diese Idee ist nicht so neu, wie es viele empörte Berichte glauben machen. Er kommt auch nicht originär von der Freedom Front. Sie greifen ein Paper auf, das schon einige Monate durch das Ministerium geistert, erdacht von einem progressivem, muggelfreundlichen Think Tank. Das Paper beschäftigt sich mit der Zusammensetzung unserer modernen Gesellschaft und vergleicht die demografische Verteilung mit der gesellschaftlichen Repräsentation. Das Paper kommt zu dem Schluss, dass ein großer Teil der magischen Gesellschaft auf offizieller Ebene stark unterrepräsentiert ist, nämlich hauptsächlich Muggelgeborene. Ein bisschen Jonglieren mit verschiedenen Werten ergibt einen Anteil von 20 % Muggelgeborenen und die Empfehlung, eine ebenso hohe Quote könnte an der Unterrepräsentierung in Ämtern und Institutionen etwas ändern.

Die Freedom Front greift dieses Thema nun auf und will es laut Parteiprogramm zu ihrem vorrangigen Ziel bei den nächsten Wahlen erklären. Diese Forderung ist nicht nur deshalb gefährlich, weil sie auf nicht validierbaren Werten beruht, die als vermeintliche Tatsachen präsentiert werden. Das Paper greift keine offiziellen, vom Ministerium veröffentlichten Zahlen auf, sondern basiert auf Hochrechnungen. Das hilft vielleicht, ein wissenschaftliches Problem auf theoretischer Basis durchzudenken. Daraus konkrete Forderungen für den Alltag abzuleiten, ist jedoch brandgefährlich.

Doch das gehört zum Kalkül der Partei. Sie bedient sich gefühlter Wahrheiten und Emotionen und baut darauf ihr Programm. Sie deshalb nicht ernst zu nehmen ist aber der größte Fehler, den man machen kann. Die Freedom Front bedient ein Thema und eine sehr spezifische, aber dennoch breite Zielgruppe. Sie spricht ganz gezielt die Emotionen dieser Zielgruppe an und scheint damit einen Nerv zu treffen. Wenn sie nun auch noch gezielte Themen bedient, kriegen sie diese Zielgruppe damit – auch, wenn diese Themen für einen Reinblüter absurd klingen mögen.

Die Freedom Front stößt mit ihrem Auftreten und mit ihren Forderungen in eine Lücke vor, sie spricht eine Bevölkerungsgruppe an, der sich sonst niemand so richtig annimmt. Dabei erst auf Polemik statt auf Inhalte zu setzen, kann dabei sehr wohl gezielte Taktik sein. Das hat der Partei immerhin in nur einem Jahr seit der Gründung jede Menge Aufmerksamkeit gebracht. Jetzt legen sie Inhalte nach, und die besitzen jede Menge Zündkraft. Die Freedom Front besteht aus mehr Mitgliedern als nur Tristania Lancaster. In ihrem Umfeld haben sich im letzten Jahr einige interessante Leute gesammelt, die mehr können und wollen als nur zu provozieren. Die ganz genau kalkulieren, wie sie mit der Öffentlichkeit und die Öffentlichkeit mit ihnen umgeht.

Das Parteiprogramm hat das Potential, gesellschaftliche Debatten auszulösen, ob das Establishment es will oder nicht. Es als empörend und unverschämt abzutun, hilft dabei nicht, genausowenig wie es nicht ernst zu nehmen. Damit spielt man der Partei nur in die Hände.

Electoral Campaign Starts With Outrageous Manifesto

London – Der Wahltermin ist kaum verkündet, schon ziehen die Parteien in den Wahlkampf. Ganz vorne mit dabei: die gerade mal ein Jahr junge Freedom Front.

Nach einem Jahr voller Flyer, Plakataktionen, öffentlicher Reden und Skandalberichten in der Presse hat die Freedom Front zum ersten Mal konkrete Inhalte veröffentlicht. Mit einem Paukenschlag steht die Partei nun im Mittelpunkt des Wahlkampfs. Denn das Parteiprogramm ist ein Schlag ins Gesicht der magischen Gesellschaft.

Und das könnte durchaus ernstzunehmende Folgen haben. Mit der Duchess of Lancaster verfügt die Partei über einen Sitz in der Chamber of Heritage und hat somit die Möglichkeit, offiziell zu den Wahlen anzutreten. Auch wenn sie mit Sicherheit keine Chancen auf ein allzu hohes Ergebnis haben, sind Experten dennoch alarmiert. Lange war es am einfachsten, die Partei und ihr polemisches Auftreten zu ignorieren. Das Parteiprogramm zeigt, dass sie nicht länger nur reden wollen, sondern es ernst meinen. Daran besteht kein Zweifel. Forderungen wie die einer Muggelgeborenenquote rütteln an den Grundfesten und dem Selbstverständnis der magischen Gesellschaft moderner Prägung. Das Geheimhaltungsabkommen in Frage zu stellen – und auf nichts anderes laufen die Forderungen letztlich hinaus – stellt nicht nur unsere, sondern alle modernen magischen Gesellschaften in Frage.

Ein solches Programm hat das Potential, unsere Gesellschaft nachhaltig zu stören. Wo derart radikale Forderungen hinführen, hat sich schließlich erst im letzten Jahrzehnt nachdrücklich gezeigt. Mit diesem Manifest hat die Freedom Front ihr wahres Gesicht gezeigt. Von dieser Partei geht eine Gefahr für die Gesellschaft aus. Entsprechend wird man sie behandeln müssen.

 

Notorious Party Serious About Participation In Election

London – Rechtzeitig zu den Wahlen im Dezember hat die Freedom Front ihr Parteiprogramm veröffentlich. Broughton Daily bringt die wichtigsten Auszüge:

Werte

Die Partei will die Diversität innerhalb der magischen Gesellschaft fördern und für Gleichheit aller Hexen, Zauberer und Muggel in der magischen Gesellschaft eintreten.

Außerdem tritt die Freedom Front für Durchlässigkeit im Zweiweltensystem und unterstützt die Souveränität dieser Entscheidung.

Ziele

Kurzfristig will die Freedom Front gleiche Startbedingungen für Muggelgeborene durch spezielle staatliche Förderung für Eltern und Kinder erreichen. Außerdem hat sie sich die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft und gleiche Berufschancen zum Ziel gesetzt.

Langfristig will die Freedom Front den Umgang mit dem Geheimhaltungsabkommen anpassen und die Freigabe, wem innerhalb der Familie von der magischen Welt erzählt wird, reformieren.

Kritik

Die Freedom Front fordert dazu auf, das magiezentrierte Weltbild zu überdenken. Magier*innen definierten sich selbst als die besseren Menschen allein aufgrund ihrer Fähigkeit, Magie zu nutzen. Die Partei bezeichnet das als magischen Ableismus. Das sei ein Selbstverständnis, das in Frage gestellt werden müsse. Hexen und Zauberer überhöhten sich nicht nur persönlich über Muggel, sondern diskriminieren diese aktiv mit ihrer Gesetzgebung, die sich immer über die der Muggel stellt. Das Obliviieren von Muggeln zeige dies ganz deutlich.

Außerdem kritisiert die Freedom Front den Umgang mit Magie. Die magische Gesellschaft verschließe sich davor, mit ihren Fähigkeiten Leid von anderen Menschen zu nehmen. Gleichzeitig werde Magie für die banalsten Alltagstätigkeiten verwendet. Es bedürfe dringend eine ethische Debatte.

In Bezug auf Squibs kommt die Freedom Front zu dem Schluss, dass man in der magischen Gesellschaft nicht teilhaben könne, wenn man keine Magie wirken kann. Die Gesetzgebung lasse es aber auch kaum zu, nicht an der Gesellschaft teilzuhaben – weder für Muggelgeborene noch für Squibs.

Forderungen

  • einheitliches, umfangreiches Verfahren zum Aufspüren von muggelgeborenen Hexen und Zauberern
  • Abkehr vom Zweiweltenmodell und Rücknahme des Marivale-Urteils von 1978
  • Fördergelder für Muggelgeborene für Schulanfang, Nachhilfe, Seminare für Eltern und Schüler*innen sowie Berufseinstieg
  • Muggelgeborenenquote von 20 % für alle öffentlichen Ämter und Institutionen
  • Reform der Auslegung des Geheimhaltungsabkommens in Bezug auf Familien und Partner*innen
  • Muggelrecht wirklich gleichberechtigt zu magischem Recht stellen

 

Bagnold To Go For It Again – Opponent Yet To Be Nominated

London – Die sechsjährige Legislaturperiode von Zaubereiministerin Bagnold neigt sich dem Ende zu: 1986 ist Wahljahr! Der Termin für die Wahl liegt traditionell im Dezember, der genaue Termin wird vom Zaubereiministerium festgelegt und ist nun veröffentlicht worden:

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Russian Bloodhound Lawyer Defends Sorokin

Gegendarstellung zum Artikel mit der Überschrift „Exklusive Interview: Former Teammate Talks about Sorokin“

Am 26. August hat der Broughton Daily ein Interview mit einem angeblichen früheren Teamkameraden von Artjom Sorokin, Nationalspieler der Quidditchmannschaft der UdSSR, publiziert. Darin berichtet der angebliche Zeuge von Sorokins Wodkavorliebe sowie vom Aufstellen von Matrjoschka-Puppen als magischen Artefakten im gemeinsamen Zimmer vor Quidditchspielen.

Hierzu lässt Dr. jur. Sergej Fjodorow, Anwalt von Artjom Sorokin, ausrichten:

„Die Aussagen des angeblichen Zeugen im Interview vom 26. August sind falsch. Mein Mandant, Herr Artjom Sorokin, hat niemals eine Sportschule besucht, wie es in den Aussagen impliziert wird. Stattdessen hat er von seinem 11. bis zum 17. Lebensjahr die Zauberschule Hogwarts in Großbritannien besucht, wo er auch das Quidditchspielen erlernt hat. Herr Sorokin hat sich daher auch nicht mit einem Teamkameraden ein Zimmer vor Wettbewerben geteilt, da er in der Zeit seines Schulbesuchs stets in den Schlafräumen seines Hauses Hufflepuff untergebracht war.

Auch die Aussage, dass mein Mandant „mit dem Team um die Häuser gezogen“ sei und in Pubs „immer Wodka“ getrunken hat, ist falsch. Herr Sorokin wird erst am 31. August diesen Jahres 18 Jahre alt und damit volljährig. Jener angebliche Zeuge behauptet dagegen, dass mein Mandant bereits als Minderjähriger in Pubs verkehrt ist, wo ihm hochprozentiger Alkohol ausgeschenkt wurde. An dieser Stelle ein Hinweis zur geltenden Rechtslage: Es ist in England Minderjährigen unter 18 Jahren nicht erlaubt, ein Pub überhaupt zu betreten, geschweige denn dort hochprozentigen Alkohol wie Wodka zu konsumieren.

Hogwarts ist weltweit eine der renommiertesten Zauberschulen überhaupt. Die Schule würde unter ihrer Aufsichtspflicht niemals zulassen, dass Schutzbefohlene in einem Pub Alkohol konsumieren. Zudem würde sich kein anständiger Wirt bereit erklären, Minderjährigen entgegen des Gesetzes Alkohol auszuschenken.

Die Tatsache, dass jener angebliche Zeuge Falschaussagen getätigt hat, ist leicht magisch nachzuprüfen. Mein Mandant hat sich bereits freiwillig dazu bereit erklärt, mit den entsprechenden Stellen des britischen Ministeriums zusammen zu arbeiten, um ein lückenloses Bewegungsprofil zu erstellen.

Zudem habe ich in dieser Sache rechtliche Schritte gegen den Broughton Daily eingeleitet, um den Namen dieses angeblichen Zeugen zu erfahren, damit er für seine Falschaussagen zur Rechenschaft gezogen wird. Anhängig sind zudem weiteren Klagen, mit denen sich die Gerichte in den kommenden Monaten werden beschäftigen müssen. Da es sich dabei um laufende Verfahren handelt, wird mein Mandant keine weiteren Aussagen mehr zu diesem Thema tätigen. Ich bitte daher die Öffentlichkeit um Zurückhaltung. Alle weiteren Anfragen laufen künftig über mich.“

 

Anmerkung der Redaktion: Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, diese Gegendarstellung zu veröffentlichen. Allerdings halten wir es im Rahmen unserer Informationspflicht für notwendig, der interessierten Öffentlichkeit mitzuteilen, dass der Anwalt Dr. jur. Sergej Fjodorow, der diese Gegendarstellung veranlasst hat, zur Kanzlei Slickman and Partners gehört. In juristischen Kreisen ist er auch als „Der Bluthund“ bekannt. Die Kanzlei hat sich in den letzten Monaten vor allem einen Namen damit gemacht, russische Exilanten zu vertreten, die Vermögensansprüche gegenüber dem britischen Staat geltend machen wollen.

Umstrittene Partei mit überraschender Wohltätigkeit

Liverpool. Überraschend, anders kann man es nicht beschreiben, was am gestrigen Tage geschehen ist. Die Partei Freedom Front – sonst eher bekannt für polternde Reden und extreme Auftritte – eröffnete in Liverpool ein Waisenhaus.

Sie haben richtig gelesen: Die kontroverseste und lauteste Partei unserer Zeit widmet sich nun wohltätigen Zwecken. Broughton Daily war live für Sie, liebe Leser, bei der Eröffnungszeremonie.

„Es ist an der Zeit, nicht nur Reden zu schwingen, sondern auch zu handeln“, erklärte die Politikerin Tristania Duchess of Lancaster, die nur kurz anwesend war und direkt im Anschluss an ihre Rede zu ihrer neugeborenen Tochter zurückkehrte, „viel zu lange wurden die Schwächsten unserer Gesellschaft ignoriert und alleine gelassen. Damit ist nun Schluss. Die Freedom Front kümmert sich!“

Das neu eröffnete Waisenheim Strawberry Tower liegt am Rande Liverpools und soll zunächst 40 Kinder aufnehmen können. Die ersten seien bereits aus dem Muggel-Waisenhaus Strawberry Fields eingezogen. Spezielles Aufsehen seitens des Ministeriums erregte die Ankündigung, Strawberry Tower stehe sowohl Muggel- als auch Zauberer-Waisen offen.

„Wir werden niemanden abweisen, nur weil er nicht in der Lage ist, einen Zauberstab zu nutzen. Für uns sind alle gleich viel wert. Eine großartige Gesellschaft, wie wir sie uns vorstellen, ist durchaus in der Lage, auch im Zusammenleben das Geheimhaltungsabkommen zu wahren, und genau das zeigen wir an diesem Ort“, so die Duchess weiter. Demnach sollen die zaubernden Kinder von Anfang an lernen, die Muggel wertzuschätzen und trotz der fehlenden Magie mit ihnen zusammenzuarbeiten. Spezielles Personal wird dabei darauf achten, dass kein Muggelkind mehr sieht als es sehen sollte. Anwesende Ministeriumsvertreter bestätigten, dass das Geheimhaltungskonzept des Strawberry Tower geprüft und genehmigt worden ist.

Der kurze Auftritt der Duchess war übrigens einer der Überraschungsmomente der Eröffnungszeremonie. Sie war noch sichtlich entkräftet von der Geburt ihrer Tochter. Unserer Reporterin ließ sie trotzdem wissen, wie glücklich sie ist. Ihre Tochter, sie nennt sie liebevoll Tommy, sei bereits jetzt ihr ganzer Stolz. Zudem dankte sie uns und allen Medien, dass ihr Wunsch nach mehr Diskretion über ihr Eheleben seit dem großen Interview so freundlich umgesetzt wurde.