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Liverpool – Nach monatelanger Reise kam die Luxusyacht der Duchess of Lancaster gestern wieder im Heimathafen in Liverpool an.

Die MS Rose of Lancaster, gebaut 1910 und 29 ¾ m lang, war seit Juni unterwegs. Hauptziel der Reise war das südamerikanische Surinam, welches derzeit unter einem Bürgerkrieg leidet. An Bord befanden sich neben Tristania Duchess of Lancaster samt Familie und Partei-Vertrauten auch ein Team aus Heilern und Spezialisten für den Versorgungsaufbau. Finanziert durch die Partei Freedom Front und durch Spenden der Familie Lancaster wurde während der Reise hauptsächlich Familien mit Kindern geholfen, aber auch Kriegswaisen, die entweder in örtlichen Waisenheimen oder im parteieigenen Waisenheim Strawberry Tower in Liverpool untergebracht werden.

Für die Muggel wurde das Segelschiff als Hilfskreuzer des Roten Kreuzes getarnt. Ein ganz besonderer Umstand, auf den uns die Duchess hinwies. Der Politikerin sei wichtig, dass sowohl Muggeln als auch Zauberern geholfen wird. Sie leitete damit die erste Hilfsmission dieser Art und möchte ein Vorbild für weitere Missionen sein.

Der Duchess zufolge soll es demnächst Informationsveranstaltungen der Freedom Front geben, um interessierten magischen Hilfsinstitutionen zu zeigen, wie interspezielle humanitäre Hilfe im Einklang mit dem geltenden magischen Recht organisiert und durchgeführt werden kann.

Ansgar Krawuttke’s Ex-Lover Spills The Beans.

 

Es war erneut ein filmreifer Auftritt: Der Star der westdeutschen Quidditch-Nationalmannschaft Ansgar Krawuttke zerlegte am Freitagabend ein Pub in Visby. Krawuttke war mit seinen Kollegen aus der DDR nach deren Sieg im Spiel um Platz 3 in dem Etablissement gelandet und hatte offenbar zu tief ins Glas geschaut. Nach Handgreiflichkeiten mit dem Wirt musste er die Nacht in der Ausnüchterungszelle verbringen und verlor im Anschluss das Finale der WM mit seinem Team gegen Neuseeland.

Ein neuer Tiefpunkt in der Karriere Krawuttkes, die durchzogen ist von Momenten zwischen Genie und Wahnsinn. Einmal mehr soll an seinem Ausraster eine Frau Schuld sein, die ihm am Abend zuvor den Laufpass gegeben hatte.

Nachdem zuerst Krawuttkes Teamkollegin Claudia Russo als potentielle Herzensbrecherin in den Fokus der Medien geraten war, haben wir mittlerweile die wahre Claudia E. ausfindig gemacht. Die junge Magierin kommt eigentlich aus Tauberbischofsheim, wo sie eine Frisörsalon betreibt.

Broughton Daily: Der Ausraster von Krawuttke ging um die Welt. Sie sollen Schuld sein an seinem Zustand an dem Abend.

Claudia E.: Das kann schon sein. Ich habe am Abend vorher mit ihm Schluss gemacht. Ich habe es einfach nicht mehr mit ihm ausgehalten.

Herr Krawuttke ist bekannt für seine unstete Lebensart, er hat in den letzten Jahren oft öffentlichkeitswirksam seine Beziehungen ausgelebt.

Claudia E.: Ja, das ist auch der Grund, warum ich Schluss gemacht habe. Ich habe erkannt, dass er ein ganz gemeiner Kerl ist.

Aber, mit Verlaub, haben Sie denn nicht gewusst, worauf Sie sich da eingelassen haben?

Claudia E.: Naja, ich kannte die Geschichten natürlich schon. Aber er hat mir versichert, dass er sich geändert hat. Dass er nun Schluss machen will mit diesem Quatsch und sich niederlassen und eine Familie gründen will. Und das war auch immer schon mein Traum.

Sie haben also schon über die Familienplanung gesprochen? Wie lange sind Sie denn mit Herrn Krawuttke liiert gewesen? Sie hatten sich ja bis heute komplett aus der Öffentlichkeit herausgehalten.

Claudia E.: Vier Tage.

Vier Tage? Also haben Sie sich erst hier in Schweden kennen gelernt?

Claudia E.: Ja, ich bin extra für die WM nach Schweden gereist. Ich war schon immer ein großer Fan von Ansgar. Wir sind uns dann nach der Partie von Deutschland gegen die Sowjetunion auf einer Party über den Weg gelaufen. Es war Liebe auf den ersten Blick! Er hat mir sein Trikot aus dem Finale versprochen, da war es um mich geschehen.

Ihre Beziehung muss kurz und heftig gewesen sein, wenn man nach dem blauen Auge geht, das Krawuttke seit Donnerstagabend trägt.

Claudia E.: Ja, es war wie ein Sommersturm. Erst heiß und schwitzig und am Ende hat es heftig geknallt. Aber wie gesagt, das hat er sich selbst zuzuschreiben. Ich bin fertig mit ihm. Ich hab ihn in der Hotellobby mit einer anderen rumknutschen gesehen und sowas geht gar nicht! Ich habe Prinzipien!

Auf unsere Anfrage bezüglich einer Stellungsnahme zu diesem Thema hat Herr Krawuttke bislang nicht reagiert. Was nun aus seiner geplanten zweiten Biographie wird, die den Titel “Wie Ansgar Krawuttke Deutschland zum WM-Sieg führte” wird, ist bislang unklar.

The Wonderful Life of the Lynch Twins.

Trifft man die beiden Lynch-Zwillinge Evan und Jamie zum Interview, kann das im ersten Moment zu Verwirrung führen, denn oftmals beendet der eine den Satz, der gerade vom anderen begonnen wurde. Diese traumwandlerische Sicherheit untereinander legen die beiden auch auf dem Quidditchfeld an den Tag, wo sie für Neuseeland als Jäger für die Punkte sorgen. Für jeden Gegner ist es ein Albtraum, gegen dieses Duo anzutreten. Wir haben die beiden nach dem Einzug ins Finale zum Interview getroffen.

Broughton Daily: Ihr seid die derzeit wohl bekanntesten Zwillinge der Welt. Wie seid ihr zum Quidditch gekommen?

Evan: Wir waren vier Jahre alt. Eines Morgens sind wir aufgewacht und haben uns angeschaut. Wir wussten, dass wir in der Nacht beide den selben Traum hatten: Wir haben uns in Quidditch-Kleidung auf einem Spielfeld herumfliegen gesehen. Von da an war es klar, wohin unser Weg führen würde.

Wie haben eure Eltern auf diese plötzliche Leidenschaft reagiert?

Jamie: Die haben das von Anfang an unterstützt. Wir haben dann recht schnell kleine Kinderbesen bekommen, mit denen wir in unserem Garten unterwegs waren. Unser Vater hat uns ein kleines Spielfeld aufgebaut und uns die ersten Flugformationen beigebracht. Wir sind jedes Wochenende mit der ganzen Familie zu den Spielen von unserer Lieblingsmannschaft, den Wollongong Warriors, gegangen, wo wir letztlich auch mit dem Spielen angefangen haben. Damit ist für uns ein Traum wahr geworden!

Evan: In Down Under hat es einen riesigen Quidditch-Hype gegeben, nachdem Australien die Weltmeisterschaft 1966 gewonnen hat. Der Sport war einfach überall, man kam nicht drum herum. Und dann sind da diese zwei kleinen Jungs, die sich nichts Größeres vorstellen können, als auch einmal ein großer Quidditchspieler zu werden. Und wir haben dann auch Glück gehabt, dass es geklappt hat.

Wie kam es denn, dass ihr beide Jäger geworden seid? Ihr hättet ja auch auf verschiedenen Positionen spielen können.

Jamie: Wir waren damals riesige Fans von Royston Idlewind, dem Teamkapitän der australischen Nationalmannschaft. Er war Sucher, aber da es nur einen Sucher im Spiel gibt, war für uns von Anfang an klar, dass wir das nicht machen können, denn wir wollten unbedingt beide miteinander spielen. Also kamen nur entweder die Treiber oder die Jäger als Position für uns in Frage.

Evan: Aber um ehrlich zu sein: Als Treiber waren wir nicht sonderlich gut. Wir haben es probiert, aber wir haben beide nicht genug Kraft in den Armen, um die Klatscher entsprechend hart schlagen zu können. Das hat unser erster Trainer zum Glück schnell erkannt und uns deshalb gleich auf die Jägerposition gesetzt.

Nun gehören zu einer Mannschaft drei Jäger. Euer dritter Mann ist Anewa Donaldson, der von euch aber oftmals nicht mit ins Spielgeschehen einbezogen wird. Dafür gibt es viel Kritik von Außen. Was sagt ihr dazu?

Evan: Da wird einfach viel Blödsinn von den sogenannten Experten geredet. Wir haben in der Mannschaft klare taktische Vorgaben, die vom Trainer ausgehen. Er kennt uns alle am besten und weiß, gegen welchen Gegner er uns wie einsetzen muss. Und daran halten wir uns auch!

Jamie: Natürlich kennen Evan und ich uns in- und auswendig, wir sind schließlich Brüder. Und sicher ist es noch einmal etwas Besonderes, weil wir Zwillinge sind. Aber Anewa ist für uns wie ein dritter Bruder. Da gibt es überhaupt keine Probleme.

Zum Abschluss noch ein Wort zum Finale gegen Deutschland. Wer gewinnt?

Jamie und Evans: Wir natürlich!

Evans: Die BRD hat ein sehr starkes Team. Oftmals geht es in der Berichterstattung nur um Ansgar Krawuttke, aber wer die Deutschen darauf reduziert, der hat keine Ahnung.

Jamie: Ich hab aber vorgestern schon mit ihm gesprochen und ihm gesagt, dass es mit seiner zweiten Biographie nichts werden wird. Er will ja wieder ein Buch schreiben, wenn er Weltmeister ist.

Und wie war seine Reaktion?

Jamie: Er hat gelacht. Und gesagt, für diese Frechheit wird er mich wieder aus dem Buch rausschreiben!

German Fraternization Under Swedish Night Sky.

Nachdem die DDR gestern Abend sensationell den dritten Platz gegen die UdSSR bei der diesjährigen Quidditch-WM in Schweden gewonnen hat, ging der Abend feuchtfröhlich weiter. So zogen die Spieler der DDR nach Ende der Partie vom Austragungsort in Vamlingbo weiter nach Visby, wo sie von unserer Reporterin Morgana Morgenthau in einem Pub entdeckt wurden.

Im Schlepptau hatten sie dabei ein weiteres bekanntes Gesicht aus der Quidditch-Szene: So nutzte offenbar das Enfant Terrible der westdeutschen Mannschaft, Jäger Ansgar Krawuttke, den Abend zur deutschen-deutschen Völkerverständigung. Wie es hinterher aus dem Trainerumfeld der BRD hieß, hatten die Spieler einen Tag vor dem Finale offiziell keinen Freigang, was Krawuttke allerdings nicht davon abhielt, mit seinen ostdeutschen Kollegen feiern zu gehen.

Je länger der Abend dauerte, desto wüster wurde es: Konnte man den bereits mit einem blauen Auge verzierten Krawuttke zunächst noch Arm in Arm mit seinem Jägerpendant Sven Schultze beim Trinken beobachten, animierten die beiden zu später Stunde zunächst den Rest der ostdeutschen Mannschaft dazu, verschiedene Lieder anzustimmen. Zuletzt kletterten die zwei sichtbar Angetrunkenen auf einen Tisch und animierten den ganzen Pub zum Mitsingen des Songs „Ohne dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein)“ der deutschen Popband Münchener Freiheit. Dabei gingen einige Gläser und Flaschen zu Bruch.

Der erboste Wirt versuchte daraufhin, die beiden Stars zu mehr Ordnung aufzurufen, wurde allerdings zunächst ignoriert. Erst als er die beiden mit einem Stupor belegte, war Schluss mit lustig. Die eilig herbei gerufenen Beamten der magischen Strafverfolgung konnten die tobende Menge kaum zur Ordnung bringen, denn die restlichen Spieler der DDR wollten ihren Kollegen zu Hilfe kommen.

„Die haben mein Mobiliar zerstört, das muss ich mir nicht bieten lassen! Da können sie auch hundert Mal sagen, dass sie berühmt sind! So benimmt man sich nicht!“, gab Wirt Lasse Lindberg hinterher zu Protokoll.

Infolge des Stupors stürzte Krawuttke bewusstlos vom Tisch. Als er später von den Beamten abgeführt wurde, rief er mehrfach „Claudia hat mir das Herz gebrochen!“ und dass sie an allem Schuld sei. Ob es sich bei jener Claudia um seine Teamkollegin Claudia Russo handelt, die die deutschen Ringe hütet, war bislang noch nicht in Erfahrung zu bringen. Nach Aussagen der Beamten musste Krawuttke die Nacht in einer Ausnüchterungszelle zubringen und wurde heute Morgen gegen eine Kaution wieder entlassen, die die deutsche Delegation entrichtet hat.

Ob diese Episode Auswirkungen auf das Teamgefüge der BRD im heutigen Finale der Weltmeisterschaft haben wird, bleibt abzuwarten.

Russian Bloodhound Lawyer Defends Sorokin

Gegendarstellung zum Artikel mit der Überschrift „Exklusive Interview: Former Teammate Talks about Sorokin“

Am 26. August hat der Broughton Daily ein Interview mit einem angeblichen früheren Teamkameraden von Artjom Sorokin, Nationalspieler der Quidditchmannschaft der UdSSR, publiziert. Darin berichtet der angebliche Zeuge von Sorokins Wodkavorliebe sowie vom Aufstellen von Matrjoschka-Puppen als magischen Artefakten im gemeinsamen Zimmer vor Quidditchspielen.

Hierzu lässt Dr. jur. Sergej Fjodorow, Anwalt von Artjom Sorokin, ausrichten:

„Die Aussagen des angeblichen Zeugen im Interview vom 26. August sind falsch. Mein Mandant, Herr Artjom Sorokin, hat niemals eine Sportschule besucht, wie es in den Aussagen impliziert wird. Stattdessen hat er von seinem 11. bis zum 17. Lebensjahr die Zauberschule Hogwarts in Großbritannien besucht, wo er auch das Quidditchspielen erlernt hat. Herr Sorokin hat sich daher auch nicht mit einem Teamkameraden ein Zimmer vor Wettbewerben geteilt, da er in der Zeit seines Schulbesuchs stets in den Schlafräumen seines Hauses Hufflepuff untergebracht war.

Auch die Aussage, dass mein Mandant „mit dem Team um die Häuser gezogen“ sei und in Pubs „immer Wodka“ getrunken hat, ist falsch. Herr Sorokin wird erst am 31. August diesen Jahres 18 Jahre alt und damit volljährig. Jener angebliche Zeuge behauptet dagegen, dass mein Mandant bereits als Minderjähriger in Pubs verkehrt ist, wo ihm hochprozentiger Alkohol ausgeschenkt wurde. An dieser Stelle ein Hinweis zur geltenden Rechtslage: Es ist in England Minderjährigen unter 18 Jahren nicht erlaubt, ein Pub überhaupt zu betreten, geschweige denn dort hochprozentigen Alkohol wie Wodka zu konsumieren.

Hogwarts ist weltweit eine der renommiertesten Zauberschulen überhaupt. Die Schule würde unter ihrer Aufsichtspflicht niemals zulassen, dass Schutzbefohlene in einem Pub Alkohol konsumieren. Zudem würde sich kein anständiger Wirt bereit erklären, Minderjährigen entgegen des Gesetzes Alkohol auszuschenken.

Die Tatsache, dass jener angebliche Zeuge Falschaussagen getätigt hat, ist leicht magisch nachzuprüfen. Mein Mandant hat sich bereits freiwillig dazu bereit erklärt, mit den entsprechenden Stellen des britischen Ministeriums zusammen zu arbeiten, um ein lückenloses Bewegungsprofil zu erstellen.

Zudem habe ich in dieser Sache rechtliche Schritte gegen den Broughton Daily eingeleitet, um den Namen dieses angeblichen Zeugen zu erfahren, damit er für seine Falschaussagen zur Rechenschaft gezogen wird. Anhängig sind zudem weiteren Klagen, mit denen sich die Gerichte in den kommenden Monaten werden beschäftigen müssen. Da es sich dabei um laufende Verfahren handelt, wird mein Mandant keine weiteren Aussagen mehr zu diesem Thema tätigen. Ich bitte daher die Öffentlichkeit um Zurückhaltung. Alle weiteren Anfragen laufen künftig über mich.“

 

Anmerkung der Redaktion: Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, diese Gegendarstellung zu veröffentlichen. Allerdings halten wir es im Rahmen unserer Informationspflicht für notwendig, der interessierten Öffentlichkeit mitzuteilen, dass der Anwalt Dr. jur. Sergej Fjodorow, der diese Gegendarstellung veranlasst hat, zur Kanzlei Slickman and Partners gehört. In juristischen Kreisen ist er auch als „Der Bluthund“ bekannt. Die Kanzlei hat sich in den letzten Monaten vor allem einen Namen damit gemacht, russische Exilanten zu vertreten, die Vermögensansprüche gegenüber dem britischen Staat geltend machen wollen.

„All Ansgar! – How I Became a Quidditch Star“ – All A Lie?

Gegendarstellung zum Artikel mit der Überschrift „Exclusive! – First Abstract of Krawuttke’s Autobiography“:

Am 22. August berichtete der Broughton Daily in einem Exklusivauszug aus der Biographie des Quidditchspielers Angsar Krawuttke, dass dieser seine ersten Flugversuche auf dem Besen seines Nachbarn Kai-Uwe absolvierte, bis dieser den Besen aus Wut darüber zerbrach.

Hierzu lässt jener Nachbar, Kai-Uwe Kruppke, über seinen Anwalt vermitteln:

„Die Aussagen zu den geschilderten Umständen sind zum größten Teil falsch.

Richtig ist, dass ich, Kai-Uwe Kruppke, damals einen Besen der Marke Sauberwisch besessen habe und gelegentlich meinen damaligen Nachbar, Herrn Ansgar Krawuttke, mit dem Besen fliegen ließ. Falsch ist, dass er mit diesem Besen besser umgehen konnte als ich.

Ich war überhaupt erst die Person, die Herrn Krawuttke beigebracht hat, wie herum man den Besen halten muss, da er sich zuerst an den Borsten vorne festhalten wollte. Zudem gibt es verschiedene Zeugen dafür, dass sich die beschriebenen Situationen in der Autobiographie zwar zugetragen haben, allerdings mit vertauschten Rollen: Nicht Herr Krawuttke flog Schleifen, Zickzack und beschleunigte, soviel es das Teil zuließ, sondern ich. Nicht ich warf ihm die Bälle zu, sondern er mir. Und nicht ich habe den Besen eines Tages vor Wut zerbrochen, sondern er – weil er wiederholt vom Besen gestürzt war. Dafür gibt es verschiedene Beweise, unter anderem die Erinnerungen meines Vaters Klaus Kruppke sowie meines Kindermädchens Elli Handtke.“

Anmerkung der Redaktion: Zur Zeit läuft ein Gerichtsverfahren, das Herr Kruppke angestrengt hat, um die Verbreitung dieser Aussagen von Herrn Krawuttke zu unterbinden. Bis dieses Verfahren entschieden ist, nehmen wir als Broughton Daily davon Abstand, weitere Passagen aus der Autobiographie abzudrucken.

 

Broughton Daily First English Newspaper to Print Passages of „All Ansgar! – How I Became a Quidditch Star“.

Schon als kleiner Junge liebte ich es, zu fliegen. Und die Fliegerei liebte mich. Noch bevor ich meinen ersten Zauberspruch aufsagen konnte, flog ich bereits besser als so mancher Erwachsener. Meine Eltern erkannten mein Talent früh und unterstützen mich, wo sie nur konnten. Trotz ihrer beschränkten Möglichkeiten. Mein Spielzeugbesen, mit dem ich wenige Zentimeter über dem Boden schweben konnte, war mein liebstes Spielzeug und ich flog ihn, bis er unter dem Gewicht meines wachsenden Körpers zusammenbrach. Ich war untröstlich. Meine Eltern hatten kein Geld, mir ein neues Modell zu kaufen, eines für größere Kinder, mit dem man bis zu einem Meter hoch fliegen konnte – wie es Kai-Uwe von nebenan hatte. Ich verstand das, denn ich hatte schon sehr früh ein großes Gespür für die Nöte und Sorgen der Menschen um mich herum. Dennoch begriff ich nicht, wieso Kai-Uwe dieses Spielzeug haben durfte, obwohl es die meiste Zeit ungenutzt im kleinen Garten hinter dem Haus lag. Wenn er doch einmal damit spielte, war es noch schlimmer mit anzusehen. Er konnte überhaupt nicht damit umgehen. Nicht einmal die maximale Flughöhe erreichte er, immer blieb er knapp über dem Boden hängen. Der Besen bockte regelrecht, wenn Kai-Uwe aufstieg. Kein Gefühl, kein Gespür für Holz, Borsten und Aerodynamik. Und kein Vergleich zu meinen Versuchen.

Ich mochte Kai-Uwe nicht besonders – abgesehen davon, dass er nicht fliegen konnte, war er auch sonst langweilig und einfallslos. Doch ich blieb mit ihm befreundet, denn ungefähr einmal die Woche durfte ich auf seinen Besen steigen. Das waren die besten Stunden meines jungen Lebens. Ich holte das Maximum aus dem kleinen Spielzeug heraus, flog Schleifen, Zickzack und beschleunigte, soviel es das Teil zuließ. Manchmal, wenn Kai-Uwe gut drauf war, warf er mir dabei Bälle zu. Ich fing sie mit atemberaubendem Geschick. Leider wurde Kai-Uwe dieses Spiel bald langweilig. Kein Wunder, er war schließlich nicht ansatzweise so gut wie ich. Dies schien jedoch keine Bewunderung, sondern Neid in ihm zu wecken. Bald wollte er nicht mehr mit mir spielen und mir nicht einmal seinen Besen leihen. Das frustrierte mich, denn es war die einzige Möglichkeit für mich, zu fliegen. Eines Tages, Kai-Uwe war mit seinen Eltern unterwegs, schlich ich mich heimlich in seinen Garten und borgte mir den Besen. Es war ein herrliches Gefühl. Ich genoss jede Sekunde und legte den Besen anschließend widerwillig zurück. Doch anscheinend schien Kai-Uwe Verdacht geschöpft zu haben. Denn am nächsten Tag lag der Besen zerbrochen auf der Terrasse, so, dass ich ihn von unserem Garten aus gut sehen konnte.

Ich redete nie wieder ein Wort mit Kai-Uwe.

Was verbirgt er hinter den Mauern von Clarence Manor?

Wer durch das Tor von Clarence Manor schreiten will, der muss in diesen Tagen besonders erfinderisch sein. Egal ob Post, Lebensmittellieferungen oder Besuch von der Nachbarin: Robert T’Que kontrolliert derzeit ganz genau, wer sein Anwesen betritt. Ein gewöhnlicher Apparierschutz scheint dem in Ungnade gefallenen T’Que nicht mehr zu reichen.

Seit seiner umstrittenen Freilassung ist er nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Seiner Ämter entbunden, seiner Aufgaben entledigt, scheint der ehemalige Auror nur noch eine Möglichkeit zu sehen: Sich hinter den trutzigen Mauern seines Familienanwesens zu verbarrikadieren. Doch was verbirgt er dort abseits der Öffentlichkeit?

Man munkelt, er plane bereits an seinem nächsten Coup. “Jemand wie T’Que kann doch die Füße nicht stillhalten”, so Constance Al-Sharq vom Opferverband “Grüner Kreis”, der die Ermittlungen rund um T’Que genauestens beobachtet. “Der plant was und wir verstehen nicht, wieso ihm dabei freie Hand gelassen wird. Dieses Monster gehört nach Askaban!” Doch eine erneute Festnahme scheint derzeit nicht geplant zu sein – und so genießt Robert T’Que weiterhin seine Freiheit auf Clarence Manor.

Endlich ist es so weit: Wir veröffentlichen das große Interview mit Tristania Devereaux-Montmorency, Duchess of Lancaster.

Lesen Sie das ganze Interview hier:

Interview Lancaster

Das Interview führte Cate Ratton für Broughton Daily im Black Tower, Lancaster. Wir sprachen über die Ehe der Duchess, über ihre Vergangenheit, die Beziehung zu ihrem Todesser-Bruder Soldan und erhielten einen kleinen Einblick in die Pläne der Politikerin.

Kaum ein Thema hat die magische Bevölkerung in der letzten Zeit mehr beschäftigt als der Rosenkrieg zwischen der Duchess of Lancaster und ihrem treulosen Ehemann. Das ganze Land konnte mitverfolgen, wie der Ehebrecher wieder und wieder seine schwangere Ehefrau zu provozieren versuchte. Offensichtlich mit dem Ziel, sie zu einer Scheidung zu bringen. Tristania ertrug alles tapfer. Doch ihre Vertrauten merkten, wie sehr sie die Demütigungen beschäftigten. Und wie sehr sie die Presse aus dem Ganzen raushalten wollte. Interviews wurden rar, ebenso wie Auftritte für ihr Herzensprojekt, der Freedom Front. Sie soll sich in der letzten Woche sogar beklagt haben, dass die Berichterstattung nicht aufhörte.
Doch was sollen wir sagen, liebe Leser? Wir wollen doch alle den neuesten Klatsch hören, und Benedict Devereaux-Montmorency, dieser miese Ehebrecher, bietet uns so viel an. Er betrügt sie auf die ruchloseste Weise, die man sich vorstellen kann. Er versucht sogar, sie dem Dementorenkuss zu übereignen. Als das nicht klappt und bekannt wird, dass sie sein Kind trägt, wird es noch grausamer: Er bedroht sie, ihr ihr eigenes Kind zu nehmen und sie zu ermorden.
Wie kann eine Zeitung wie der Tagesprophet nicht über die Verfehlungen eines solchen Strolches berichten? Wie können wir zulassen, dass unsere treuen Leser nicht erfahren, was der Duchess, immerhin eine der kontroversesten Politikerinnen unserer Zeit, angetan wird?
Dennoch: Der Tagesprophet wird sich dem Wunsch der Duchess beugen. Aber keine Angst, liebe Leser: Uns wurde ein letztes Interview zur Skandal-Ehe versprochen. Dieses Angebot haben wir angenommen. Das Interview beinhaltet die überraschendste Bekanntmachung des Jahres. Also lesen Sie morgen EXKLUSIV IM TAGESPROPHETEN: DUCHESS OF LANCASTER – Das Interview!