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~ Bizarre Results in the Election of the Minister of Magic Make Recount Necessary ~

Am Wochenende kam es in dem kleinen Ort Harrington in Lancashire zum Showdown des vorangegangenen Wahlkampfs. Im Mittelpunkt standen dabei die amtierende Zaubereiministerin Millicent Bagnold, sowie ihre Herausforderin Tristania Lancaster, die beide persönlich nach Nordengland gereist waren, um ihren Wahlkampf dort abzuschließen.

In den vergangenen Wochen sorgte Tristania Lancaster mit ihrer erst vor einem Jahr gegründeten Partei Freedom Front für viel Furore im Land, denn nicht allen gefiel deren Ausrichtung. Die Partei setzt sich für die Rechte Mugelgeborener und Squibs ein und fordert u.a. deren völlige Gleichberechtigung.

Gerade bei den Altparteien, sowohl bei der Central Alliance mit ihrem Vorsitzenden Lord Christopher Merrygold, die ihre Wähler traditionell vor allem unter den Reinblütern findet, als auch bei der Preservation Party, deren Vorsitzende Zaubereiministerin Millicent Bagnold ist, sorgte das Auftreten der „jungen Wilden“ mindestens für ein Stirnrunzeln.

Insofern war es kein Zufall, dass Bagnold die letzte traditionelle Rede, die Electoral Address, in Harrington Hall abhielt – der Ausbildungsstätte für Nachwuchsauroren. Nur einige Kilometer entfernt, im Ort Harrington hatte Tristania Lancaster wenige Stunden zuvor ihren Wahlkampf mit einem letzten Auftritt beendet. Dort kam es zu Tumulten, denn nicht alle haben Lancaster, die lange unter dem Verdacht stand, Todesser zu sein, ihre unter einem Imperius begangenen Bluttaten verziehen.

Umso überraschender daher das Ergebnis des Wahlkreises: Während sich der Rest des Landes für Bagnold als Zaubereiministerin aussprach, hat Tristania Lancaster den Wahlkreis in Harrington tatsächlich gewonnen. Dass sie künftig im Parlament sitzen wird, stand aufgrund des Wahlsystems zwar bereits vorher fest, allerdings traute ihr niemand zu, tatsächlich so viele Stimmen zu holen.

Der Wahlleiter ordnete eiligst eine Neuauszählung der Stimmen an, da es Gerüchte um Manipulationen gegeben hatte, allerdings bestätigte die Nachzählung das Ergebnis. Bagnold bedankte sich auf Nachfrage für die Unterstützung der Wähler, wollte sich aber nicht näher zu dem Ergebnis äußern.

Silver Lining For Relatives Of Convicted Death Eaters After Five Years

London – Das Berufsverbot für Familienmitglieder von Todessern ist mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Das verkündete Zaubereiministerin Millicent Bagnold am gestrigen Abend. Das 1981 in Kraft getretene Berufsverbot galt für offizielle Institutionen der magischen Welt. Betroffen waren alle Angehörigen von Familien mit offiziell als Todesser verurteilten oder sich der Anklage durch Flucht entziehenden Mitgliedern. Als Ausnahmen galten nur Personen, die sich offiziell als loyal erwiesen haben, sprich sich im Aurorendienst ausgezeichnet oder vor Gericht gegen ihre Angehörigen ausgesagt haben. Das Verbot war eines der ersten Amtshandlungen von Bagnold nach ihrer Wahl Ende 1980. Ein großer Teil der Bevölkerung empfand es als notwendig im Kampf gegen die Todesser, doch es wurde auch als unzulässige Sippenhaft kritisiert. Dennoch blieb es fünf Jahre lang gültig.

Nach all den Jahren sei es nun an der Zeit, nach vorne zu blicken, so Bagnold. Die Aufhebung bedeute jedoch nicht, dass nun automatisch alle in ihre ursprünglichen Berufe zurückkehren könnten. Die meisten Stellen seien in den fünf Jahren neu besetzt worden. Doch es stehe den Betroffenen frei, sich erneut im Ministerium in den entsprechenden Bereichen zu bewerben.

Die Aufhebung des Berufsverbots kommt unerwartet, auch wenn es in den letzten Monaten immer wieder vereinzelt Forderungen in diese Richtung gegeben hatte. Es ist letztendlich aber keine Überraschung. Das Erstarken progressiver Stimmen wie etwa der Freedom Front setzt Zaubereiministerin Bagnold unter Zugzwang. Die Freedom Front tritt deutlich radikaler auf als alle anderen Parteien und lässt selbst die notorisch fortschrittlichen Futurists handzahm wirken. Forderungen wie die Muggelgeborenenquote üben Druck auf die Regierung aus, selbst wenn sie nicht flächendeckend umgesetzt werden. Dass ausgerechnet die Aurorenakademie eine solche Quote einführt, bleibt im konservativen Lager nicht unbemerkt oder gar unkommentiert. Bagnold hat gar keine andere Wahl, als ausgleichend zu handeln und dem konservativen Lager als Gegenleistung etwas zuzusichern, was auf deren Agenda steht. Das Berufsverbot nach fünf Jahren aufzuheben dürfte der risikoärmste Schritt sein, zu dem Bagnold imstande ist. Dennoch stärkt er die konservative Gesellschaft. Und er könnte eine nicht zu unterschätzende Signalwirkung haben in Bezug auf ungelöste Konflikte wie etwa das russische Todesserasyl oder die zahlreichen Wiederaufnahmeverfahren gegen verurteilte Todesser.

 

Exclusive: Fugitive Soldan Lancaster Talks About Plans

Der Broughton Daily hatte kürzlich die Gelegenheit, mit einer der meistgesuchten Personen unserer Zeit zu sprechen. Unser Reporter Harry J. Price traf Soldan Lancaster an einem geheimen Ort zum exklusiven Interview.

Broughton Daily: Mr. Lancaster, Sie gehören aktuell zu den wohl meistgesuchten Personen des Landes. Bei Ihrer spektakulären Flucht aus einem Gerichtssaal kam es zu Beginn des Jahres zu mehreren Toten, darunter viele Aurorenanwärter*innen und Lehrer*innen der Broughton Academy. Seitdem sind sämtliche Auror*innen Englands hinter Ihnen hinterher. Sie sehen allerdings nicht aus wie jemand, der auf der Flucht ist. Wie ist es Ihnen seitdem ergangen?

Soldan Lancaster: Gut, sehr gut sogar. Es war ein bisschen aufregend. Und ich muss sagen, ich genieße die Aufmerksamkeit, die mir derzeit zuteil wird. Es gab viele gute Momente in den letzten Monaten, in denen ich die Loyalität meines Umfelds überprüfen konnte. Und es fühlt sich sehr gut an zu wissen, dass man viele Unterstützer hat.

Haben Sie keine Angst, entdeckt zu werden?

Nein. Ich bin sehr gut vernetzt und habe Unterstützer in einflussreichen Positionen. Dadurch bin ich „meinen Verfolgern immer einen Schritt voraus“, wie Sie es in der Presse so gerne formulieren. Da draußen gibt es so viele Menschen, die nicht damit einverstanden sind, wie man mit der Bewegung und mir im Speziellen umgegangen ist, insofern mache ich mir da überhaupt keine Gedanken.

Sie und Ihre Anhänger waren mehrere Monate von der Bildfläche verschwunden. Nicht wenige dachten, dass Ihre Bewegung damit endgültig zerschlagen wurde. In der Zwischenzeit ist Ihre Schwester Tristania zunehmend politisch aktiv geworden, arbeitet mit der Partei Freedom Front zusammen und propagiert immer wieder die Gleichberechtigung von Muggelgeborenen. Was sagen Sie dazu?

Das ist doch alles ausgemachter Blödsinn. Eine reine Show, um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Meine Schwester war noch nie besonders helle und lässt sich gerne von anderen Leuten für deren Zwecke ausnutzen. Nun haben die Aktivisten der Freedom Front also ein Zugpferd mit einem großen Namen gefunden, um ihre Parteipolitik bekannt zu machen. Aber da steckt nicht viel dahinter!

Sie nehmen ihr also nicht ab, dass ihr die Gleichberechtigung wirklich am Herzen liegt?

Wer meine Schwester schon länger kennt, weiß, dass sie ihr Fähnchen gerne in den Wind hält. Schon immer. Und es ist natürlich auch immer gut, wenn bei der Eröffnung eines Kindergartens ein prominentes Gesicht in die Kameras grinst. Das konnte sie schon immer sehr gut. Aber echte politische Ambitionen? Ich bitte Sie! Das sollte sie lieber Menschen überlassen, die etwas davon verstehen.

So wie Sie?

Ja, zum Beispiel. Tristania fehlt es schlicht an einer echten Vision für die Zukunft. Sie denkt im Hier und Jetzt, aber das große Ganze hat sie nicht im Blick. Ich dagegen möchte unsere Welt nachhaltig verändern. Nicht nur für ein paar Kinder in einem Waisenhaus oder Kindergarten, sondern für die gesamte Gesellschaft. Und ich stehe mit dieser Meinung nicht alleine da. Fast jeder Zweite denkt so wie ich – auch wenn sich momentan kaum jemand traut, das so offen zu sagen. Aber die Zeiten werden sich ändern. Schon sehr bald!

Was genau meinen Sie damit?

Nun ja, wir waren ja schon auf einem guten Weg, mussten dann allerdings einige Rückschläge verkraften. Aber Ende des Jahres läuft das Todesserexil in der Sowjetunion aus. Die Exilanten drängen darauf, zurück nach England zu kommen und Rache zu nehmen für das, was ihnen ungerechterweise angetan wurde.

Das sind vor allem Menschen aus Familien, die vorher die Säulen unserer Gesellschaft gebildet haben. Seit Jahrhunderten einflussreiche und verantwortungsvolle Positionen innehatten. Man hat ihnen übel mitgespielt, sie ins Exil gedrängt. Das Leben in der Sowjetunion ist nicht leicht. Es ist eine andere Kultur, eine andere Gesellschaft. Aber damit ist nun Schluss.

Das klingt wie eine Drohung.

Nein, denn das würde ja implizieren, dass man Angst vor dieser Entwicklung haben muss. Aber es ist die natürliche Ordnung der Gesellschaft, die es schon seit Jahrhunderten gegeben hat. Und die wollen wir wieder herstellen.

Die Menschen da draußen sehnen sich eigentlich alle nur nach Sicherheit und Stabilität, nach dem, was sie bereits kennen. Und die Exilanten werden zurückkommen und sich ihre angestammten Positionen zurückholen. Das ist der natürliche Lauf der Dinge.

Aber was soll dann mit den Menschen passieren, die in der Zwischenzeit das Land geführt haben?

Das Land geführt? So würde ich das nun wirklich nicht nennen! Schauen Sie sich doch um, das Land ist in Aufruhr, es herrscht überall Chaos. Diese neuen Ideen, die den Menschen plötzlich aufgezwängt werden, dieses künstliche Gerede von Gleichberechtigung, das ist doch nicht echt. Es ist gefährlich, in diese Richtung weiterzugehen, es bringt die natürliche Ordnung durcheinander. Wenn ich höre, dass ausgerechnet bei der Aurorenausbildung eine Muggelgeborenenquote eingeführt wird, macht mich das fassungslos. Dieser vorauseilende Gehorsam ist es, der unsere Gesellschaft an den Rand des Abgrunds gebracht hat. Das macht bei weitem nicht nur mich wütend. Und das wird Folgen haben.

Von welchen Folgen sprechen Sie?

Die Broughton Academy wird sich verantworten müssen für ihren Beitrag zur Verunsicherung der Gesellschaft. Vor mir und allen anständigen Bürger*innen Großbritanniens. Viele Menschen fühlen sich verraten, fühlen sich nicht mehr repräsentiert, und das von der wichtigsten Institution in Großbritannien. Dieses Momentum werden wir nutzen, und dann werden sich die Verantwortlichen an der Broughton Academy wünschen, sich nicht so weit aus dem Fenster gelehnt zu haben.

Das klingt, als verfolgen Sie einen konkreten Plan. Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Ja, natürlich. Ich sprach ja vorhin bereits von der Vision für die Gesellschaft. Einige Rädchen müssen noch in Position gebracht werden. Aber es wird noch in diesem Jahr losgehen, so viel kann ich bereits versprechen.

Mr. Lancaster, vielen Dank für dieses Interview!

Single-Handed Decision of Headmaster Snubs Ministry And Council

Harrington – Die Broughton Academy, Ausbildungsstätte des Aurorennachwuchses, wird in diesem Ausbildungsjahr eine Muggelgeborenenquote einführen. Das gab Schulleiter Kenneth Eric Peacock gestern auf einer Pressekonferenz bekannt. Er reagiert damit auf die umstrittene Idee der Partei “Freedom Front”, die eine Quote von 20 % in ihrem Wahlprogramm für alle magischen Institutionen und Einrichtungen fordert. Das Ministerium hat das bislang abgelehnt. Eine Einführung sei bis auf weiteres nicht geplant, hieß es dazu noch vor wenigen Tagen aus der Pressestelle. Die Broughton Academy scheint im Alleingang zu handeln – was Peacock auf Nachfrage bestätigte. Man fühle sich verpflichtet, denn: “Wer die Gesellschaft schützt, muss sie auch repräsentieren”, so Peacocks Begründung.

Schulleiter Peacock gilt als progressiv. Es ist nicht seine erste kontroverse Entscheidung seit der Wiedereröffnung der BAC 1984. Letztes Jahr wurden erstmal Werwölfe an der Akademie aufgenommen. Trotzdem hat diese Entscheidung niemand kommen sehen. Sie wird auch innerhalb der Akademie nicht nur wohlwollend aufgenommen. Einem Insider zufolge kam es bei der Verkündung innerhalb des Kollegiums zu “tumultartigen Unmutsbekundungen”. Peacock hat sich jedoch dazu entschlossen, die Quote auch gegen interne Proteste durchzudrücken.

Auch in der Öffentlichkeit darf er sich auf einiges an Widerstand gefasst machen. Die Forderung wird in der magischen Gesellschaft äußerst kontrovers aufgenommen. Kritiker*innen befürchten eine Verschlechterung der Qualität, wenn künftig bei der Einstellung nicht mehr rein auf Fähigkeiten geachtet werden soll.

Für einen Kommentar zum Alleingang der Broughton Academy war im Ministerium bislang niemand zu erreichen.

What Do They Really Want – And How Dangerous Is It? An Analysis.

London – Nichts beschäftigt die magische Welt derzeit annähernd so stark wie das Parteiprogramm der Freedom Front. Eine Kleinpartei, die sich für die Rechte von Muggelgeborenen und Squibs stark macht. 1985 gegründet, machte sie lange vor allem durch die Skandale ihrer Mitgründerin Tristania Lancaster von sich Reden. Aufrührerische Reden, polemische Forderungen, nicht einmal das Geheimhaltungsabkommen schien ihnen heilig. Diesen Eindruck vermitteln zumindest die aufgeregt-empörte Berichterstattung. Dennoch ist die Partei von allen Seiten als harmlos eingestuft worden, als Ansammlung von idealistischen Spinnern, die man nicht ernst nehmen muss.

Bisher war die Freedom Front ein Meister der Polemik. Gekonnt und mit brutaler Absicht haben sie ihre Finger in die Wunde gehalten, sich beschwert und gefordert. Viel Substanz war bislang aber nicht dabei. Nun hat die Partei also endlich ein konkretes Programm veröffentlicht. Natürlich greift es die traditionellen Werte unserer Gesellschaft an. Das kann niemanden überraschen.

Und doch reagiert die Presse wieder mit einem Aufschrei. Und sicher, die Forderungen wirken hanebüchen. Doch die Aufregung, die derzeit durch sämtliche Medien geistert, hilft letztendlich nur einem: Nämlich der Partei selbst.

Viele Medien machen sich nicht einmal die Mühe, im Detail auf das Programm einzugehen. Was ist also so empörend, so skandalös daran?

Zentrale Forderung der Partei ist eine Quote von 20 % für Muggelgeborene in allen öffentlichen Ämtern und Institutionen. Diese Idee ist nicht so neu, wie es viele empörte Berichte glauben machen. Er kommt auch nicht originär von der Freedom Front. Sie greifen ein Paper auf, das schon einige Monate durch das Ministerium geistert, erdacht von einem progressivem, muggelfreundlichen Think Tank. Das Paper beschäftigt sich mit der Zusammensetzung unserer modernen Gesellschaft und vergleicht die demografische Verteilung mit der gesellschaftlichen Repräsentation. Das Paper kommt zu dem Schluss, dass ein großer Teil der magischen Gesellschaft auf offizieller Ebene stark unterrepräsentiert ist, nämlich hauptsächlich Muggelgeborene. Ein bisschen Jonglieren mit verschiedenen Werten ergibt einen Anteil von 20 % Muggelgeborenen und die Empfehlung, eine ebenso hohe Quote könnte an der Unterrepräsentierung in Ämtern und Institutionen etwas ändern.

Die Freedom Front greift dieses Thema nun auf und will es laut Parteiprogramm zu ihrem vorrangigen Ziel bei den nächsten Wahlen erklären. Diese Forderung ist nicht nur deshalb gefährlich, weil sie auf nicht validierbaren Werten beruht, die als vermeintliche Tatsachen präsentiert werden. Das Paper greift keine offiziellen, vom Ministerium veröffentlichten Zahlen auf, sondern basiert auf Hochrechnungen. Das hilft vielleicht, ein wissenschaftliches Problem auf theoretischer Basis durchzudenken. Daraus konkrete Forderungen für den Alltag abzuleiten, ist jedoch brandgefährlich.

Doch das gehört zum Kalkül der Partei. Sie bedient sich gefühlter Wahrheiten und Emotionen und baut darauf ihr Programm. Sie deshalb nicht ernst zu nehmen ist aber der größte Fehler, den man machen kann. Die Freedom Front bedient ein Thema und eine sehr spezifische, aber dennoch breite Zielgruppe. Sie spricht ganz gezielt die Emotionen dieser Zielgruppe an und scheint damit einen Nerv zu treffen. Wenn sie nun auch noch gezielte Themen bedient, kriegen sie diese Zielgruppe damit – auch, wenn diese Themen für einen Reinblüter absurd klingen mögen.

Die Freedom Front stößt mit ihrem Auftreten und mit ihren Forderungen in eine Lücke vor, sie spricht eine Bevölkerungsgruppe an, der sich sonst niemand so richtig annimmt. Dabei erst auf Polemik statt auf Inhalte zu setzen, kann dabei sehr wohl gezielte Taktik sein. Das hat der Partei immerhin in nur einem Jahr seit der Gründung jede Menge Aufmerksamkeit gebracht. Jetzt legen sie Inhalte nach, und die besitzen jede Menge Zündkraft. Die Freedom Front besteht aus mehr Mitgliedern als nur Tristania Lancaster. In ihrem Umfeld haben sich im letzten Jahr einige interessante Leute gesammelt, die mehr können und wollen als nur zu provozieren. Die ganz genau kalkulieren, wie sie mit der Öffentlichkeit und die Öffentlichkeit mit ihnen umgeht.

Das Parteiprogramm hat das Potential, gesellschaftliche Debatten auszulösen, ob das Establishment es will oder nicht. Es als empörend und unverschämt abzutun, hilft dabei nicht, genausowenig wie es nicht ernst zu nehmen. Damit spielt man der Partei nur in die Hände.

Electoral Campaign Starts With Outrageous Manifesto

London – Der Wahltermin ist kaum verkündet, schon ziehen die Parteien in den Wahlkampf. Ganz vorne mit dabei: die gerade mal ein Jahr junge Freedom Front.

Nach einem Jahr voller Flyer, Plakataktionen, öffentlicher Reden und Skandalberichten in der Presse hat die Freedom Front zum ersten Mal konkrete Inhalte veröffentlicht. Mit einem Paukenschlag steht die Partei nun im Mittelpunkt des Wahlkampfs. Denn das Parteiprogramm ist ein Schlag ins Gesicht der magischen Gesellschaft.

Und das könnte durchaus ernstzunehmende Folgen haben. Mit der Duchess of Lancaster verfügt die Partei über einen Sitz in der Chamber of Heritage und hat somit die Möglichkeit, offiziell zu den Wahlen anzutreten. Auch wenn sie mit Sicherheit keine Chancen auf ein allzu hohes Ergebnis haben, sind Experten dennoch alarmiert. Lange war es am einfachsten, die Partei und ihr polemisches Auftreten zu ignorieren. Das Parteiprogramm zeigt, dass sie nicht länger nur reden wollen, sondern es ernst meinen. Daran besteht kein Zweifel. Forderungen wie die einer Muggelgeborenenquote rütteln an den Grundfesten und dem Selbstverständnis der magischen Gesellschaft moderner Prägung. Das Geheimhaltungsabkommen in Frage zu stellen – und auf nichts anderes laufen die Forderungen letztlich hinaus – stellt nicht nur unsere, sondern alle modernen magischen Gesellschaften in Frage.

Ein solches Programm hat das Potential, unsere Gesellschaft nachhaltig zu stören. Wo derart radikale Forderungen hinführen, hat sich schließlich erst im letzten Jahrzehnt nachdrücklich gezeigt. Mit diesem Manifest hat die Freedom Front ihr wahres Gesicht gezeigt. Von dieser Partei geht eine Gefahr für die Gesellschaft aus. Entsprechend wird man sie behandeln müssen.

 

Back To Normal – Headmaster Announces Exams And Beginning of Term

Harrington – Ein Neuanfang steht bevor an der Broughton Academy. Nachdem die Lehranstalt für die Ausbildung von Auror*innen dieses Jahr einen harten Schicksalsschlag verkraften musste, scheinen Lehrpersonal und Schüler*innen langsam verarbeitet zu haben, was vorgefallen ist. Nun scheint die Akademie bereit, die Ereignisse hinter sich zu lassen und wieder nach vorne zu blicken.

Das letzte Schuljahr sei für die Broughton Academy nicht einfach gewesen. “Wir haben geschätzte Menschen aus unseren eigenen Reihen verloren. Das zu verkraften war keine leichte Aufgabe. Doch wir haben sie als Gemeinschaft, als Kolleg*innen und Kamerad*innen gemeistert”, erzählt Peacock im Gespräch mit Broughton Daily. Nach den Geschehnissen Anfang des Jahres sei es ausgeschlossen gewesen, schnell zum Normalzustand an der Akademie zurückzukehren. Die Ereignisse rund um die Verhandlung von Soldan Lancaster hätten erst einmal verarbeitet werden müssen. Dabei waren einige Schüler*innen und Lehrpersonal der Broughton Academy den aufgehetzten Dementoren zu Opfer gefallen, mit der Lancasters Anhänger*innen ihm die Flucht ermöglichten.

Der reguläre Lehrbetrieb wurde im Anschluss für mehrere Wochen ausgesetzt und erst nach einer Weile wieder im kleinen Umfang aufgenommen. „Wir wollten den Lehrer*innen und Anwärter*innen in Ruhe die Möglichkeit geben, ihre Kamerad*innen zu betrauern und den Verlust zu verarbeiten“, begründet Schulleiter Peacock diesen Schritt. Außerdem sei es nicht möglich gewesen, so schnell geeignetes Lehrpersonal als Ersatz zu finden. Die verbliebenen Kolleg*innen hätten den Unterricht untereinander aufgeteilt. Auch die Anwärter*innen sprangen ein, wo es nur ging, gründeten Lerngruppen und halfen sich gegenseitig. Viel Wissen eigneten sich die Schüler*innen im Selbststudium an. “Die Anwärt*innen haben sich dabei absolut vorbildlich und solidarisch verhalten”, lobt Peacock. “Ich mache mir keine Sorgen, dass alle die anstehenden Prüfungen bestehen werden. Das ist angesichts der Umstände alles andere als selbstverständlich.” Die Jahresabschlussprüfung kündigte er mit einigen Monaten Verspätung für Mittwoch, den 27.11. an. Das gab den Anwärter*innen deutlich mehr Zeit zur Vorbereitung. Was nur fair sei, so Peacock.

Nun sei es an der Zeit, nach vorne zu blicken und mit neuer Kraft in das nächste Schuljahr zu starten. Die Aufnahmeprüfungen für den nächsten Jahrgang laufen bereits seit einigen Monaten. Ein konkretes Datum für den Beginn des neuen Schuljahres war bislang allerdings nicht verkündet worden. “Am 6. Dezember ist es soweit”, verrät Peacock. “Wir freuen uns auf den neuen Jahrgang. Er kann den Stab weitertragen, den so viele unserer Schüler*innen viel zu früh abgeben mussten. Ihr Andenken lebt in ihren Nachfolger*innen weiter.”

Das neue Schuljahr startet danach wieder mit einem voll besetzten Kollegium. Namen der neuen Kolleg*innen wollte Peacock nicht nennen, er versicherte jedoch, dass sie alle “großartige Kenner ihres Fachgebietes” seien. Ob er auch altes Lehrpersonal wieder einstellen werde? Mit Sinéad O’Sullivan und Benedict Devereaux-Montmorency sind schließlich zwei seiner Angestellten Anfang des Jahres aus Askaban entlassen und ihre Verfahren aus Mangel an Beweisen fallen gelassen worden. Theoretisch stünden sie wieder zur Verfügung, auch wenn eine Wiederaufnahme an der Akademie sicher kontrovers aufgenommen werden würde. Konkret wollte sich Peacock dazu nicht äußern, sondern verwies auf die Integrität des Gamots und die oberste Verpflichtung der Broughton Academy Großbritannien, dem Wissen und zukünftigen Auror*innengenerationen gegenüber. Was immer das genau heißen mag.

Zu guter letzt hatte Broughton Daily die Gelegenheit, Schulleiter Peacock zu den Gerüchten um Derry Donovan, Held von England, zu befragen. Der ehemalige Quidditch-Star und Überlebende des Anschlags auf die Lancaster-Verhandlung sollte eigentlich im neuen Schuljahr an der Akademie PR unterrichten. Peacock bestätigte die Gerüchte, Donovan hätte stattdessen ein Angebot in Kamerun angenommen, um dort das Nationalteam zu trainieren. “Mr Donovan sieht sich doch eher im Sport, das müssen wir akzeptieren. Wir haben aber adäquaten Ersatz gefunden”, so Peacock. “Joshua Evans wird uns im neuen Schuljahr anstelle von Mr Donovan unterstützen. Wir sind über seine kurzfristige Zusage sehr erfreut.” Joshua Evans ist ebenfalls ehemaliger Quidditch-Spieler. Jahrelang wurde er als großes Talent gehandelt und war vor allem unter weiblichen Quidditchfans beliebt. Auf dem Platz konnte er jedoch nie wirklich überzeugen.

Schulleiter Peacock beendete das Gespräch mit der Ankündigung, den Umbruch für eine grundsätzliche Umstrukturierung an der Akademie nutzen zu wollen. Wie diese im Detail aussieht, müsse man abwarten.

Bagnold To Go For It Again – Opponent Yet To Be Nominated

London – Die sechsjährige Legislaturperiode von Zaubereiministerin Bagnold neigt sich dem Ende zu: 1986 ist Wahljahr! Der Termin für die Wahl liegt traditionell im Dezember, der genaue Termin wird vom Zaubereiministerium festgelegt und ist nun veröffentlicht worden:

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Liverpool – Nach monatelanger Reise kam die Luxusyacht der Duchess of Lancaster gestern wieder im Heimathafen in Liverpool an.

Die MS Rose of Lancaster, gebaut 1910 und 29 ¾ m lang, war seit Juni unterwegs. Hauptziel der Reise war das südamerikanische Surinam, welches derzeit unter einem Bürgerkrieg leidet. An Bord befanden sich neben Tristania Duchess of Lancaster samt Familie und Partei-Vertrauten auch ein Team aus Heilern und Spezialisten für den Versorgungsaufbau. Finanziert durch die Partei Freedom Front und durch Spenden der Familie Lancaster wurde während der Reise hauptsächlich Familien mit Kindern geholfen, aber auch Kriegswaisen, die entweder in örtlichen Waisenheimen oder im parteieigenen Waisenheim Strawberry Tower in Liverpool untergebracht werden.

Für die Muggel wurde das Segelschiff als Hilfskreuzer des Roten Kreuzes getarnt. Ein ganz besonderer Umstand, auf den uns die Duchess hinwies. Der Politikerin sei wichtig, dass sowohl Muggeln als auch Zauberern geholfen wird. Sie leitete damit die erste Hilfsmission dieser Art und möchte ein Vorbild für weitere Missionen sein.

Der Duchess zufolge soll es demnächst Informationsveranstaltungen der Freedom Front geben, um interessierten magischen Hilfsinstitutionen zu zeigen, wie interspezielle humanitäre Hilfe im Einklang mit dem geltenden magischen Recht organisiert und durchgeführt werden kann.