Child of Russian Refugees Shames The Country That Welcomed Him.

Nachdem England unsäglich früh aus dem Turnier ausgeschieden ist und nach und nach alle Wunden geleckt sind, richtet sich der Blick auf die verbliebenen Mannschaften. Denn obwohl es England nicht ins Viertelfinale geschafft hat, gibt es noch einen Engländer im Turnier. Doch ob dieser Mann wirklich Engländer ist, darf bezweifelt werden.

Die Rede ist von Artjom Sorokin, 17-jähriger Jäger von – ausgerechnet – der UdSSR. Seine Eltern, beides Quidditchspieler, sind sowjetische Überläufer. Sie flüchteten während der Weltmeisterschaft 1966 in den Westen, England nahm sie auf. Drei Jahre später wurde ihr Sohn Artjom hier geboren – und obwohl er hier aufwuchs, zur Schule ging und in der britischen Liga spielte, hat das nicht ausgereicht, um ihn von den Werten unseres Land zu überzeugen: Freiheit und das Recht, Magie uneingeschränkt einzusetzen, um nur zwei offensichtliche Beispiele zu nennen. Denn kurz vor der Weltmeisterschaft entschied sich Sorokin gegen die englische Nationalmannschaft – und für die sowjetische.

Das ist eindeutig Verrat: Verrat an allen Freunden, die er jemals in England gehabt hat, Verrat an der Gesellschaft, die ihn vorbehaltlos aufgenommen hat, Verrat an allen Opfern des Krieges, die keine Gerechtigkeit bekommen, weil die UdSSR die Täter versteckt. Sorokin spielte in der hiesigen Liga, lebte hier, wurde hier geboren – und dennoch ist England für ihn nicht gut genug, um es international zu vertreten. Viele Engländer fragen sich, wie es sein kann, dass ein Junge wie er alle Vorzüge eines Lebens im freien Westen genießt, um sich dann am Ende, wenn er etwas zurückgeben könnte, für das Land zu entscheiden, das seine Eltern verlassen haben. Wäre er bereits im Spiel gegen England auf dem Platz geflogen, er hätte sich auf ein ausdauerndes, lautes Pfeifkonzert gefasst machen können.

Seine Eltern leben nach wie vor in England, seine Mutter managt seit Jahren die Appleby Arrows. Für eine Stellungnahme bezüglich der Wahl ihres Sohnes war sie nicht zu erreichen. Dabei wäre eine Erklärung mehr als angebracht. Es muss auch für sie zumindest fragwürdig sein, dass sich ihr Sohn für das Land entscheidet, aus dem seine Eltern einst geflüchtet sind. Doch ihr Schweigen spricht für sich. Sie scheint hinter seiner Entscheidung zu stehen und es nicht einmal für nötig zu halten, diese zu erklären oder zu entschuldigen. Wer weiß schon, wie die Familie wirklich zu Russland steht, wie ernst ihre Fluchtgründe waren und wie nahe sie Russland heute noch stehen? Die einzige Erklärung: Die Familie ist bis heute Russland gegenüber loyal. Artjom Sorokin fühlt sich offenbar nicht als Engländer, sondern als Russe. Auch seine Loyalität liegt klar bei der Sowjetunion. Wie kann man sonst ohne mit der Wimper zu zucken dem Land den Rücken kehren, das einen Willkommen geheißen und großgezogen hat?

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