210 : 270

GDR Shows ‚German Virtues‘.

Beim heutigen zweiten Viertelfinale standen sich zwei Mannschaften gegenüber, denen die meisten Quidditch-Experten im Vorfeld der WM nicht zugetraut hätten, dass sie überhaupt die Vorrunde überstehen. Die Franzosen waren zwar mit einem guten Team und hochklassigen Spielern angereist, die aber ihre besten Zeiten bereits hinter sich haben. Die DDR dagegen ganz ohne Stars und nur mit Mittelklasse-Spielern ausgestattet, hat zusätzlich noch das Phänomen erbracht, in der Vorrunde nicht einmal selbst den Schnatz gefangen zu haben.

Aber heute wurden die Karten neu gemischt. Die Franzosen begannen das Spiel hochkonzentriert und sehr effektiv: Die Jäger um Jean Dubois, Aurelie Rousseau und Vivienne Garnier überrumpelten die DDR direkt nach Anpfiff mit vier schnell vorgetragenen Angriffen, die für einen ersten Vorsprung sorgten. Erst danach schien die DDR aufgewacht und zog ihrerseits die Taktik von Trainer Rudolf Thal durch: Offenbar hatten die Deutschen die französische Sucherin Gwenaëlle Lacroix als als größte Gefahrenquelle für eine Niederlage ausgemacht, weshalb sich die Arbeit der beiden Treiber Silvia Weigel und Martin Schmidt darauf konzentrierte, die Klatscher immer wieder auf sie zu lenken.

Das ließ den französischen Jägern zwar den Raum, einen Vorsprung von 210:120 herauszuspielen, sorgte allerdings auch für den Schockmoment des Spiels: Als sich endlich der Schnatz zeigte, setzte Lacroix zu einem waghalsigen Sturzflug an – rechnete jedoch offenbar nicht mit dem Klatscher von links, der sie voll erwischte. Als sie auf ihrem Besen unkontrolliert und mit hoher Geschwindigkeit Richtung Boden raste, folgten entsetzte Aufschreie aus dem Publikum. Erst kurz vor Bodenkontakt bekam sie ihr Spielgerät wieder unter Kontrolle, sodass sie nur eine Schneise in den aufgeweichten Boden fräste, ohne sich groß zu verletzten. Unterdessen hatte Thorben Termahlen natürlich keine Mühe, völlig unbedrängt den Schnatz zu fangen und die Partie zu entscheiden. Es scheint damit, dass auch die DDR die ‚deutsche Tugend‘ von der Turniermannschaft an den Tag legen kann, steht das Team doch völlig überraschend im Halbfinale.

 

„Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Allerdings schauen wir jetzt auch nach vorne. Es wird einen Umbruch im Team geben, das ist klar. Nächstes Mal werden wir mit jungen Spielern angreifen.“ Simone Chevalier, Trainerin Frankreich

„Dieser Schnatzfang war für alle Kritiker! Wir freuen uns schon auf das Bruderduell im Finale.“ Rudolf Thal, Trainer DDR

 

Die DDR trifft damit im Halbfinale auf Neuseeland, das gestern die Südafrikaner auf die Heimreise geschickt hat. Die Partie findet am kommenden Sonntag statt. Zunächst stehen aber morgen und übermorgen noch die verbleibenden Viertelfinalspiele auf dem Programm: Morgen spielt zunächst die UdSSR gegen Schottland, bevor am Donnerstag Deutschland und Wales die Besen kreuzen werden.

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